Mister Spex will sein Partnernetzwerk international ausrollen

Wie sich Online-Handel und stationäres Geschäft sinnvoll miteinander verzahnen lassen, beschäftigt momentan viele Multichannel-Händler. Während einige Anbieter ihre Filialen modernisieren („Argos digitalisiert seine Ladengeschäfte“), suchen andere Händler den Schulterschluss mit stationären Partnern („Filialexpansion: MyParfum plant bis zu 240 Niederlassungen“).

Mister Spex PartneroptikerBildquelle: Screenshot

Letzteres Modell hat als Pionier der Berliner Online-Optiker Mister Spex eingeführt, der nun schon seit drei Jahren mit lokalen Optikern kooperiert. Dieses Multichannel-Konzept scheint aufzugehen, da die Berliner ihre Strategie jetzt internationalisieren (via Mail):

„Nachdem Mister Spex Mitte 2011 eine Kooperation mit anfänglich 23 traditionellen Augenoptikern gestartet hatte, verzeichnet der Berliner Online-Optiker knapp drei Jahre später bereits rund 450 Partneroptiker im Service-Netzwerk für seine Kunden. Nun wird das Konzept sowohl geografisch als auch inhaltlich weiter ausgebaut. Ab sofort ist es für Mister Spex-Kunden auch in Österreich möglich, einen von dreizehn Partneroptikern zu besuchen.“

Auf lange Sicht will Mister Spex auch weitere Partnerschaften im Ausland schließen:

„Wir planen, die Zahl der Partneroptiker in Deutschland bis Jahresende auf 500 zu steigern, das Netzwerk in Österreich ebenfalls zu erweitern und das Kooperationsmodell langfristig international auszurollen sowie zusätzliche Serviceleistungen für Kunden anzubieten.“

Warum die Multichannel-Strategie mit lokalen Partneroptikern aufgeht, liegt auf der Hand. Denn die Kooperation bringt allen Beteiligten nur Vorteile. So kann Mister Spex stationär Flagge zeigen, ohne selbst in ein teures Filialnetzwerk investieren zu müssen. Die Partneroptiker wiederum erhalten eine Servicegebühr, wenn Kunden vor Ort einen Sehtest machen.

Die lokalen Händler werden zudem am Umsatz beteiligt, wenn Kunden im Nachgang online eine Brille bei Mister Spex kaufen. Damit machen die Partneroptiker zusätzliche Umsätze, die sie ohne die Kooperation nicht erzielen würden. Der Kunde muss für Service-Leistungen zwar zunächst bezahlen. Verbraucher erhalten die Gebühren aber erstattet, wenn sie anschließend online eine Brille kaufen – und werden damit wiederum quasi zu einem Online-Kauf gezwungen. Kein Wunder also, dass Pureplayer wie MyParfum dieses Multichannel-Modell nun klonen.

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Über Stephan Randler 2245 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr