Mieser Monat März: Zahlen zeigen, wie Douglas unter der Corona-Krise leidet

Die Douglas-Gruppe hat ein durchwachsenes erstes Halbjahr im Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende: 30. September) hinter sich. In Summe steht für den Beauty-Spezialisten zwar nun ein Netto-Umsatz von 1,95 Mrd. Euro in den Büchern, was mehr oder weniger dem Vorjahreswert entspricht (+0,1 Prozent).

Douglas Corona
Douglas spürt die Krise (Bild: Douglas)

Ohne die Corona-Krise hätte Douglas seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2019/20 aber wahrscheinlich nicht nur stabil gehalten, sondern deutlich ausgebaut. Denn im ersten Quartal 2019/20 (Oktober bis Dezember 2019) konnte Douglas seinen Gesamtumsatz noch um sechs Prozent steigern.

Dieses Wachstumstempo hatte die Gruppe auch im Januar und Februar 2020 gehalten, als in Summe ein Plus von 5,9 Prozent erreicht wurde. Doch dann kam der März 2020 – und die Corona-Beschränkungen im Handel. Allein in diesem Monat ist der Gesamtumsatz um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

Konkret steht nun für das erste Halbjahr 2019/20 beim Filialgeschäft ein Umsatzminus von 5,5 Prozent zum Vorjahr in den Büchern, während das E-Commerce-Geschäft im selben Zeitraum um 27,2 Prozent auf 415 Mio. Euro angezogen hat. Diese Zahlen muss man aber einordnen. Denn trotz Online-Boom wurde im gesamten ersten Halbjahr erst ein Fünftel vom Gesamtumsatz online erzielt. Der Handel vor Ort ist also das Kerngeschäft der Gruppe – was das Geschäft in der Krise nicht gerade erleichtert hat.

Douglas Umsatz
Die aktuelle Umsatzentwicklung der Douglas-Gruppe (Abbildung: Douglas)

Das zeigt sich, wenn man allein den Monat März betrachtet. Hier sind nämlich die Stationär-Umsätze zum Vorjahr von 205 auf 83 Mio. Euro eingebrochen, was einem Minus von 122 Mio. Euro entspricht. Parallel haben sich die Online-Umsätze zwar von zuvor 43 Mio. Euro auf 64 Mio. Euro erhöht, was einen Zugewinn von 21 Mio. Euro bedeutet. Dieser Online-Zuwachs liegt allerdings unter dem Verlust aus dem Stationärgeschäft, den Douglas daher im März nur teilweise über E-Commerce kompensieren konnte.

Wachsen konnte Douglas online, weil der Händler in der Krise verstärkt Filial-Kunden für sein Online-Geschäft gewinnen konnte. Außerdem hatte Douglas sein Plattform-Geschäft ausbauen können. Zur Erinnerung: Seit dem vergangenen Herbst können erstmals externe Partner ihre Waren online bei Douglas verkaufen. In der Krise hatte der Beauty-Spezialist neue Partner mit Vorzugskonditionen umworben. Auch dadurch gibt es online nun schon rund 25.000 Artikel von zwölf Partnern. Zum Vergleich: Zum Start vor rund einem halben Jahr waren es erst 10.000 Produkte von Drittanbietern.

Wegen den behördlich angeordneten Filialschließungen im März 2020 ist das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2019/20 um drei Prozent auf 218 Mio. Euro gesunken, was sich zunächst moderat anhört. Im Januar und Februar zusammen konnte Douglas diesen Wert aber noch um 33 Prozent zum Vorjahr verbessern, bevor das Ergebnis dann im März gleich um satte 99,8 Prozent eingebrochen ist.

Zur Douglas-Gruppe gehören insgesamt rund 2.400 Filialen in Europa. Online verkauft die Gruppe unter den Marken Douglas und Parfumdreams. In Frankreich ist der Konzern mit der Marke Nocibé aktiv.

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Über Stephan Randler 3045 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.