Marktplatz-Manager von Limango: „Wir wollen kein Amazon oder Otto werden“

Der Shopping-Club Limango hat zum einen eine geschlossene Online-Community, in der registrierte Mitglieder auf zeitlich begrenzte Verkaufsaktionen mit reduzierter Markenware zugreifen können. Es gibt zum anderen aber auch einen offenen Online-Shop mit einem dauerhaften Sortiment, der seit gut zweieinhalb Jahren durch Artikel von Partnern ergänzt wird. Wie Limango mit diesem Marktplatz seine Position bei jungen Familien ausbauen will, verrät Christian Keller (Marktplatz-Manager & Sales Lead).

Christian Keller
Christian Keller (Bild: Limango)

neuhandeln.de: Täuscht der Eindruck oder wächst der Marktplatz stark?

Christian Keller: „Tatsächlich bieten wir auf dem Marktplatz von Limango unseren Kunden aktuell bereits gut 150.000 Artikel von über 2.400 Marken, die dabei von insgesamt 200 verschiedenen Partnern stammen. Seit Oktober 2017 haben wir das Sortiment damit noch einmal deutlich ausgebaut. Allein innerhalb der letzten neun Monate haben wir die Artikelanzahl verdoppelt.“

neuhandeln.de: Sind es einfach nur mehr Produkte – oder denn auch neue Sortimente im Marktplatz-Angebot?

Keller: „Unsere Kernzielgruppe ist und bleibt die junge Familie. Mit dem Marktplatz können wir nun ein viel breiteres und auch dauerhaftes Sortiment bieten. Der Löwenanteil vom Marktplatz-Sortiment dreht sich natürlich um die starken Limango-Kategorien wie Fashion und Schuhe – da brauchen Kinder schon regelmäßig deshalb Ersatz, weil sie ja größer werden. Aber auch Home & Living oder Spielwaren sind unsere Sortimentstreiber. Gab es früher zum Beispiel in einer Kategorie wie Autositze nur vereinzelte Restposten, können wir nun dank Marktplatz-Partnern ein breites Sortiment von namhaften Marken anbieten. Wir haben inzwischen auch erste Drogerie-Artikel im Angebot wie elektrische Zahnbürsten. Bei jeder Kategorie achten wir darauf, dass das Sortiment in sich stimmig ist und zur Zielgruppe passt.“

neuhandeln.de: Kann bei Limango denn jeder Marktplatz-Partner werden und Artikel anbieten?

Keller: „Wir sind ein geschlossener, kuratierter Marktplatz und wählen sehr sorgfältig die Partner und Produkte aus. Wir wollen kein Amazon oder Otto werden, sondern arbeiten genau mit den Partnern zusammen, die für unsere Zielgruppe relevante Artikel anbieten. Zudem stellen wir sicher, dass ein Produkt nur von einem Partner verkauft wird. Dadurch vermeiden wir, dass ein Preiskampf unter den Anbietern entsteht. Denn wir haben Interesse an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Dieses Miteinander auf Augenhöhe schätzen alle unsere Partner bei der persönlichen Betreuung sehr.“

neuhandeln.de: Wird für Kunden durch den Marktplatz der Einkauf aber nicht komplexer?

Keller: „Bei anderen Online-Plattformen ist es gängige Praxis, dass Kunden unterscheiden müssen, wer das Paket versendet und ob es sich um einen Artikel des Portal-Betreibers oder um die Angebote von Partnern handelt. Im Eigengeschäft setzen wir uns sehr stark mit Versandkosten auseinander und überlegen, wie wir diese attraktiv gestalten können. Bei Artikel von Partnern ist das Ziel, ab einem Warenkorb von 30 Euro je Partner die Artikel versandkostenfrei zu versenden. Unter dieser Grenze berechnen einige Partner aber Versandkosten, um damit die Logistik-und Handlingskosten zu decken bei geringen Warenkörben. Denn unterm Strich muss sich auch in retourenstarken Kategorien wie Fashion das Online-Geschäft lohnen und ökologisch nachhaltig sein – eine Herausforderung für alle.“

Limango wurde 2007 gegründet und gehört seit 2009 zur Otto-Gruppe. Angeboten werden Restposten, Überhänge und aktuelle Marken-Ware zu reduzierten Preisen. Jeder Verkauf ist zeitlich befristet oder läuft nur solange der Vorrat reicht. Einsehen können Aktionen nur registrierte Mitglieder. Öffentlich zugänglich ist dagegen der Limango-Shop, in dem neben eigenen Artikeln zusätzlich die Produkte von Marktplatz-Partnern angeboten werden. Die Aktionen sind in Deutschland, Österreich, Frankreich, Holland und in Polen verfügbar. Das Marktplatz-Angebot wird aktuell nur in Deutschland ausgespielt.

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Über Stephan Randler 2653 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.