Marktplatz-Konsolidierung? Rakuten.de registriert „wachsende Kundentreue“

Allyouneed.de wird eingestampft, DaWanda steht ebenfalls vor dem Aus und Fyndiq ist in Deutschland längst wieder E-Commerce-Geschichte: Hierzulande verschwinden immer mehr Online-Marktplätze vom Markt, während Amazon.de seinen Deutschland-Umsatz weiter ausbaut und Bestandskunden immer stärker an sich binden kann. Trotz scheinbar übermächtigen Wettbewerbern wie Amazon.de blickt die Rakuten Deutschland GmbH beim Marktplatz-Geschäft dennoch optimistisch in die Zukunft.

Rakuten.de
Der Online-Marktplatz Rakuten (Screenshot)

Auch wenn die nackten Zahlen das so zunächst gar nicht vermuten lassen. Denn aktuell sind gerade einmal 5.000 Händler auf dem deutschen Online-Marktplatz Rakuten.de aktiv, wie es gegenüber neuhandeln.de heißt.

Das sind nicht nur deutlich weniger Händler als bei den zwei Marktführern Amazon.de und eBay. Nach den zuletzt kommunizierten Zahlen waren bei eBay Deutschland zum Beispiel rund 175.000 gewerbliche Verkäufer aktiv. Im vergangenen Herbst zählte Rakuten zudem noch 7.000 Händler, so dass dieser Wert seitdem sogar abgenommen hat.

Für die Marktplatz-Betreiber ist das kein Beinbruch. So habe auf Händler-Seite der Fokus von „schierer Quantität auf strategische Akquise“ gewechselt. Das mache sich zwar bei der Händlerzahl bemerkbar, schlage sich aber auch in einer positiven Umsatzentwicklung nieder: Im vergangenen Jahr konnten die Partner von Rakuten Deutschland ihren Umsatz auf dem Online-Marktplatz um 60 Prozent steigern.

Um Verbrauchern den Online-Einkauf bei Rakuten.de schmackhaft zu machen, setzt man vor allem auf Service. So wurde im Vorjahr das Kunden-Programm Club Rakuten in Deutschland gestartet, bei dem Kunden für 19,90 Euro im Jahr unter anderem Produkte ohne Versandkosten geliefert bekommen.

Rakuten-Macher: „Haben ein attraktives Angebot geschaffen“

Mitglieder können zudem ausgewählte Filme kostenlos streamen, die auf dem Video-Portal Rakuten.tv erhältlich sind. Dazu dürfen Nutzer des „Club Rakuten“ kostenlose Telefonate über den hauseigenen Messenger Rakuten Viber führen. Beide Services lassen sich auch ohne Club-Programm nutzen.

„Wir haben ein attraktives Angebot geschaffen“, argumentieren die Marktplatz-Betreiber. „Das zeigt sich in der stetig wachsenden Kundentreue.“ Demnach hatte das Programm in Deutschland einen guten Start, so dass aktuell Einkäufe von Club-Mitgliedern bereits knapp zehn Prozent vom Handelsvolumen ausmachen. Club-Mitglieder haben zudem doppelt so hohe Warenkorbwerte wie reguläre Kunden.

Um neben Kunden auch Händler zu gewinnen, positioniert sich Rakuten.de weiter als Partner für die Versender. Während Amazon.de daher auf seinem Online-Marktplatz auch selbst als Händler auftritt, bleibt Rakuten als Portal-Betreiber im Hintergrund. Vielmehr will Rakuten bei seinen Händlern mit Dienstleistungen wie einer persönlichen Beratung und einem Vermarktungsservice punkten. Je mehr Händler schließlich verkaufen, umso mehr wird Rakuten über Provisionen am Geschäft beteiligt.

Laut dem zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss konnte die Rakuten Deutschland GmbH im vorletzten Geschäftsjahr 2016 das Handelsvolumen auf dem deutschen Online-Marktplatz um 35 Prozent steigern. Ein Grund dafür war der Ausbau der Marketing-Maßnahmen. Trotz mehr Handelsvolumen haben die Einnahmen aus den Provisionserlösen aber stagniert. Der Hauptgrund hierfür war die Umstellung auf das neue Gebührenmodell „Rakuten Pro“, bei dem Händler weniger Provision abdrücken müssen, wenn sie im Gegenzug unter anderem gute Produktdaten bereitstellen. Wegen der gestiegenen Marketing-Kosten hat sich der Jahresfehlbetrag allerdings erhöht von zuvor -8,1 Mio. Euro auf -14,2 Mio. Euro.

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