„Leider zu defizitär“: Planet Sports macht fast alle Stores in Deutschland dicht

Der auf Street- und Sportswear spezialisierte Multichannel-Händler Planet Sports verabschiedet sich zum Großteil aus dem stationären Einzelhandel. So wird jetzt nur noch die Filiale in Köln betrieben, die übrigen acht Ladengeschäfte in Deutschland als auch der Flagship-Store in München wurden dagegen bereits geschlossen. Der Hintergrund ist, dass Planet Sports einen neuen Eigentümer bekommen hat.

Planet Sports Filialen
Es gibt nur noch einen Laden (Screenshot)

Zur Erinnerung: Im Februar 2020 – also noch bevor die Corona-Krise den Online- und Multichannel-Handel in Deutschland voll erwischt hat – hatte Planet Sports ja einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gestellt (AZ: 1508 IN 417/20).

Zum 01. Mai 2020 hat nun ein mittelständisches Unternehmerkonsortium den Geschäftsbetrieb des insolventen Sportartikel-Spezialisten übernommen, wie Insolvenzverwalter Axel Bierbach berichtet. Zuvor habe es „wochenlange“ und „intensive Gespräche“ mit insgesamt zehn Interessenten gegeben.

Die Erwerbergesellschaft bleibt künftig weiter unter dem etablierten Namen „Planet Sports“ am Markt aktiv und konzentriert sich in erster Linie auf den Online-Handel. Der Großteil der stationären Läden wird dagegen aufgegeben, weil diese Filialen für eine Fortführung „leider zu defizitär“ gewesen wären.

Vor der Insolvenz hatte Planet Sports noch 192 Mitarbeiter beschäftigt, durch die Übernahme bleiben jetzt noch 62 Angestellte an Bord. Der Multichannel-Händler hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 75 Mio. Euro erwirtschaftet und war ein Unternehmen der 21sportsgroup, die den Multichannel-Händler vor fünf Jahren von der Puccini-Gruppe übernommen hatte. Noch vor einem Jahr hatte es geheißen, dass die 21sportsgroup auf ein „sehr erfolgreiches Jahr 2018 bei Planet Sports zurückblicken“ kann.

Warum Planet Sports daraufhin in Schieflage geraten ist, hat man bislang nicht verraten. Keine Angaben macht der Insolvenzverwalter auch dazu, wer denn nun genau hinter der neuen Käufergruppe steckt.

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Über Stephan Randler 2453 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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