Drohende Zahlungsunfähigkeit: Planet Sports stellt Insolvenz-Antrag

Die Planet Sports GmbH hat beim zuständigen Amtsgericht in München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gestellt (AZ: 1508 IN 417/20). Demnach wurde vom Amtsgericht München der Rechtsanwalt Axel Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (MHBK) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, wie es heißt.

Planet Sports
Planet Sports Online-Shop (Screenshot)

„Wir werden den Geschäftsbetrieb so schnell wie möglich stabilisieren und bis auf weiteres in vollem Umfang weiterführen“, betont Bierbach. „Wir werden in den nächsten Wochen alle zur Verfügung stehenden Optionen mit dem Ziel prüfen, das Unternehmen zu sanieren und für die Zukunft neu aufzustellen.“

Als mögliche Optionen nennt er sowohl „Kosteneinsparungen“ als auch „weitere Maßnahmen zur Restrukturierung“. Weit fortgeschritten wären zudem Gespräche mit potenziellen Investoren, die eine Fortführung der Planet Sports GmbH „maßgeblich unterstützen“.

Der auf Street- und Sportswear spezialisierte Multichannel-Händler Planet Sports betreibt aktuell zehn stationäre Stores in Deutschland und einen Online-Shop. Zum Unternehmen gehört zudem noch der Shopping-Club Clubsale. Zuletzt habe Planet Sports einen Jahresumsatz von rund 75 Mio. Euro erzielt.

Planet Sports ist ein Unternehmen der 21sportsgroup, die den Multichannel-Händler vor fünf Jahren von der Puccini-Gruppe übernommen hatte. Die 21sportsgroup wiederum wurde 2005 gegründet und startete zunächst mit einer Laufsport-Filiale in Mannheim. Dann wurden Shops für Spezial-Sortimente wie Laufschuhe (21run.com), Streetwear (21streetwear.com) und Fahrradzubehör (21cycles.com) gestartet und der Online-Marktplatz Vaola.de übernommen. Zuletzt aber hatte die Gruppe ihre 21-Shops geschlossen und den auf Sport- und Outdoor-Artikel spezialisierten Online-Marktplatz Vaola aufgegeben, um sich „auf Geschäfte mit dem größten Wachstumspotenzial“ zu konzentrieren.

Noch im Januar 2019 hieß es, dass die 21sportsgroup auf ein „sehr erfolgreiches Jahr 2018 bei Planet Sports zurückblicken“ kann. Demnach hatten unter anderem Neuerungen im Online-Shop sowie ein optimiertes Markenportfolio für „signifikante Steigerungen bei Umsatz und Marge“ gesorgt. Auch für 2019 rechneten Management und Gesellschafter der 21sportsgroup mit „profitablem Wachstum„.

Die Löhne und Gehälter der rund 250 Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis einschließlich April gesichert. Warum Planet Sports jetzt in Schieflage geraten ist, hat man bislang leider nicht verraten.

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Über Stephan Randler 2396 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr