Jahresbilanz von AO in Deutschland: Weniger Umsatz, höhere Marge

Der britische Elektronik-Händler AO.com („Appliances Online“) hat in dieser Woche seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019/2020 veröffentlicht, das am 31. März 2020 beendet wurde. Demnach haben die Briten zwar einen Netto-Umsatz von 165,4 Mio. Euro auf dem europäischen Festland erzielt, wo AO seit Herbst 2014 in Deutschland aktiv ist. Im Vorjahr wurde aber ein Umsatz von 173,3 Mio. Euro erreicht, so dass ein spürbares Minus (-4,6 Prozent) in den Büchern steht – was kein Wunder ist.

AO.de Umsatz
Die Festland-Umsätze (Grafik: AO.com)

Denn die Festland-Umsätze hat AO.com im vergangenen Jahr nicht nur über seinen deutschen Online-Shop erzielt. Zusätzliche Einnahmen wurden über einen Online-Shop für Kunden in Holland erwirtschaftet, wo die Briten im Frühjahr 2016 gestartet waren. Dieser Holland-Shop wurde allerdings im Dezember 2019 geschlossen, um sich auf Deutschland zu konzentrieren.

Damit hat der Holland-Shop also im vergangenen Geschäftsjahr nicht mehr über die volle Berichtsperiode zum Business beigetragen, wie es im Vorjahr noch der Fall gewesen ist.

Laut dem aktuellen Jahresbericht wurden von den Festland-Umsätzen insgesamt 143,5 Mio. Euro über das Business in Deutschland erreicht, was allerdings ebenfalls ein Minus bedeutet (-3,4 Prozent). Das ist wiederum dem Umstand geschuldet, dass AO hierzulande seine Pricing-Strategie überarbeitet hat. Hier wollte man ursprünglich mit günstigeren Preisen den Wettbewerb ausstechen, nun will man sich unter anderem durch ein besseres Sortiment und Content im Shop von der Konkurrenz differenzieren.

AO.de Verlust
Die Festland-Verluste (Grafik AO.com)

Durch die neue Strategie konnte AO seine Marge verbessern. Profitieren konnte AO hierzulande außerdem davon, dass Einkaufskonditionen mit Lieferanten verbessert werden konnten. Unterm Strich steht ein verbessertes EBITDA von -24,2 Mio. Euro beim Geschäft auf dem europäischen Festland nach einem Wert von -27,9 Mio. Euro im Vorjahr (+13,1 Prozent).

Gestiegen sind allerdings die Marketing-Ausgaben. Weil AO seine Kunden nicht mehr über günstige Preise in den Online-Shop locken will, muss der Elektronik-Shop mehr Website-Traffic über andere Maßnahmen erkaufen.

Dennoch hat AO nun ein „erhöhtes Vertrauen“, in Deutschland ein profitables Business aufzubauen. So erwarten die Briten nun bei einem Umsatz von 250 Mio. Euro in Deutschland ein positives EBITDA.

Der Online-Pureplayer AO.com wurde 2000 gegründet und war bis Herbst 2014 nur in Großbritannien aktiv. Hierzulande waren die Briten zunächst mit weißer Ware gestartet, heute bietet AO.com aber auch weitere Elektronik-Produkte wie Haushaltskleingeräte, Staubsauger sowie TV- und Audio-Produkte an. Im Gegensatz zu Wettbewerbern liefert AO.de seine Großgeräte über eine hauseigene Lieferflotte aus.

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Über Stephan Randler 2630 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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