Neue Festland-Bilanz von AO.com: Mehr Umsatz, höhere Verluste

Der britische Elektronik-Versender AO.com („Appliances Online“) hat die endgültigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2018/2019 veröffentlicht, das am 31. März beendet wurde. Hier konnten die Briten ihren Umsatz auf dem europäischen Festland steigern, wo AO bereits Kunden in Deutschland bedient (seit Herbst 2014) und zudem einen Shop für Verbraucher in Holland betreibt (März 2016).

AO.de Umsatz
Die Festland-Umsätze (Grafik: AO.com)

Konkret steht demnach für das Geschäft in Deutschland und Holland jetzt ein Netto-Umsatz von 173,3 Mio. Euro in den Büchern, was einem Wachstum von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht (siehe Abbildung links).

Gestiegen sind aber nicht nur die Umsätze auf dem europäischen Festland. Auch die Verluste haben sich erhöht von zuvor 29,6 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 31,3 Mio. Euro (angepasstes EBITDA). Begründet wird das von AO.com jetzt im offiziellen Statement unter anderem mit dem „Fehlen einer echten Verbesserung bei der Produktmarge und Kosten für die Kundenakquise“.

Zum Vergleich: Im Heimatmarkt UK konnte AO.com bei einem Jahresumsatz von 749,3 Mio. Pfund ein angepasstes EBITDA von 27,4 Mio. Pfund erreichen. Um das Geschäft auf dem europäischen Festland profitabler zu gestalten, gibt es zum einen Gespräche mit Lieferanten. Zum anderen überprüft AO auf dem Festland auch seine Preispolitik. Das lässt sich einem Video-Interview mit John Roberts (CEO) und Mark Higgins (CFO) entnehmen, das AO.com online anbietet (ab Minute 5’33). Laut dem offiziellen Statement habe AO von Herstellern in der zweiten Jahreshälfte nicht genug „Preis-Support“ erhalten. Um die Verkäufe zu steigern, wurden zudem Produkte rabattiert. Generell habe AO auf dem Festland zudem mit seiner Preispolitik den Markt nach eigenen Angaben „unterboten“, wie es offiziell heißt.

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Der Online-Pureplayer AO.com wurde 2000 gegründet und war bis Herbst 2014 nur in Großbritannien aktiv. Hier waren die Briten zunächst mit weißer Ware gestartet, heute bietet AO.com aber auch noch weitere Elektronik-Produkte wie Computer, Mobiltelefone und braune Ware (Unterhaltungselektronik).

Hierzulande ging es auch zunächst mit weißer Ware los, bevor das Sortiment nach und nach um TV- und Audiogeräte sowie Haushalts-Kleingeräte erweitert wurde. Geliefert wird die Ware über eigene Zusteller und ausgewählte Dienstleister. Wie sich die Festland-Umsätze auf die beiden Länder verteilen, verraten die Briten nicht. Den meisten Europa-Umsatz dürften aber wohl Kunden in Deutschland generieren.

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Über Stephan Randler 2196 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr