Halbjahresbilanz: Bei Otto.de und der myToys-Gruppe brummt das Geschäft

Die Otto-Gruppe profitiert von der Corona-Krise. Das zeigen stellvertretend Zahlen für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres, das am 28. Februar 2021 endet. Demnach konnte der Konzern seinen Netto-Umsatz zwischen Anfang März und Ende August 2020 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um rund zwölf Prozent auf vergleichbarer Basis steigern. Besonders brummt das Geschäft bei Otto.de.

Otto Market
Bei Otto.de verkaufen immer mehr Händler

Bei der Kernmarke der Hanseaten steht nämlich gleich ein Umsatzplus von mehr als 25 Prozent für das erste Halbjahr 2020/21 in den Büchern. Und das ist kein Zufall. Denn bei Otto läuft es jetzt aus zwei Gründen besonders gut.

Zum einen profitiert der Otto-Versand generell davon, dass Verbraucher in der Corona-Krise verstärkt Möbel und Technik im Internet bestellen – was die Schwerpunkte im Sortiment bei Otto.de sind. Denn viele Kunden wollen sich nun schön zu Hause einrichten und es sich dort gut gehen lassen. So kann man sich ablenken, wenn der Alltag durch Corona weiter eingeschränkt ist.

Zum anderen steigen die Otto-Umsätze aber auch, weil immer mehr Händler an die Online-Plattform andocken und dort ihre Sortimente anbieten. Schließlich wird der Online-Shop Otto.de ja seit einigen Jahren zu einem Online-Marktplatz ausgebaut. Auch hier dürfte die Corona-Krise den Hanseaten in die Karten spielen. Schließlich zwingt die Pandemie ja Händler quasi dazu, sich weitere Vertriebskanäle im Internet zu erschließen. Gerade, wenn Kunden vermehrt online einkaufen und der Einkauf vor Ort im stationären Einzelhandel durch Corona-Auflagen wie die Maskenpflicht nicht gerade attraktiver wird.

myToys.de-Gruppe profitiert vom Corona-Lockdown

Positiv entwickelt sich das Geschäft auch beim Multishop-Unternehmen myToys.de, wo ja Mode und Spielwaren für junge Familien vertrieben werden. Hier gibt es sogar ein Plus von 28 Prozent. Auch das ist nachvollziehbar. So war nämlich das Interesse an Produkten der Otto-Tochter stark gestiegen, als im Frühjahr der Lockdown kam und Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen mussten. Damals hatten Eltern unter anderem Spielwaren bestellt, um sich die Zeit zu Hause zu vertreiben. Auch nach dem Lockdown halte das „rasante Wachstum im Online-Handel“ an, obwohl Geschäfte ja längst wieder geöffnet sind.

Otto Group Umsatz
Online-Umsätze mit eigenen Sortimenten in Deutschland (Quelle: ermittelt von EHI und Statista)

Hier dürfte die Gruppe ebenfalls davon profitieren, dass manche Verbraucher nicht vor Ort kaufen wollen – sei es aus Angst vor einer Corona-Infektion oder weil die Maske im Geschäft doch oft stört.

Mode-Handel: Konzern spürt Kaufzurückhaltung im Frühjahr

Während allerdings im Otto-Konzern die Nachfrage nach Möbeln, Spielwaren und Technik boomt, läuft das Geschäft mit Mode durchwachsen. Gerade zu Beginn der Corona-Krise war hier ja die Nachfrage stark gesunken, was auch die Otto-Gruppe zu spüren bekam. So hatten im Konzern auch der Mode-Händler Bonprix und die auf Best Ager spezialisierte Witt-Gruppe im März und April darunter gelitten, dass sich Kunden bei Mode zurückgehalten hatten. Seit Mai erholt sich aber wieder das Geschäft. Die Witt-Gruppe rechnet in Summe sogar mit einem leichten Umsatzplus im laufenden Geschäftsjahr.

Auf Konzernebene spürt die Otto-Gruppe aber trotzdem noch den Lockdown. Denn der Textil-Handel bietet hohe Margen. Und wenn hier das Geschäft nicht läuft, schlägt sich das auch in der Konzernbilanz nieder – selbst wenn sich die Nachfrage jetzt wieder normalisiert. In Summe ist die Gruppe aber mit der Entwicklung zufrieden und kommt im ersten Halbjahr 2020/21 auf ein „zufriedenstellendes Ergebnis“.

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Über Stephan Randler 2652 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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