Geschäftsführer gehen: DaWanda und reBuy verkleinern Management

Bei der Berliner DaWanda GmbH gibt es einen Geschäftsführer weniger. Demnach hat Niels Nüssler das E-Commerce-Unternehmen verlassen, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentieren die Berliner, dass der 49-Jährige aus privaten Gründen gegangen ist.

Claudia Helming Dawanda
Claudia Helming (Bild: DaWanda)

Nüssler war erst vor anderthalb Jahren zu DaWanda gewechselt, um den Betreiber eines Online-Marktplatzes für selbstgemachte Produkte (Motto: „Products with Love“) strategisch zu entwickeln.

Durch seinen Abschied besteht das DaWanda-Management jetzt nur noch aus Claudia Helming (siehe Foto), die den Online-Marktplatz zusammen mit Michael Pütz im Jahr 2006 gegründet hatte. Denn Co-Gründer Pütz hatte DaWanda bereits kurz nach dem Einstieg von Nüssler im vergangenen Jahr verlassen, um neue berufliche Projekte zu verfolgen.

Einen Mann weniger gibt es nun auch im Management der reBuy Re-Commerce GmbH, die auf den Handel mit gebrauchten Medien und Elektronik spezialisiert ist. Auch hier zieht sich der Gründer aus seinem Unternehmen zurück. Demnach übergibt Lawrence Leuschner die Geschäftsführung komplett an seinen Kollegen Torsten Schero (52), der vor anderthalb Jahren von Amazon zu reBuy gewechselt war und seitdem als zweiter Geschäftsführer neben Gründer Leuschner (35) für Finanzen, Personal, Logistik und IT zuständig war. Zunächst hatte sich Leuschner parallel weiter um Marketing, Sales und das Business Development gekümmert, sich nach einem halben Jahr dann aber in ein Sabbatical verabschiedet. Nun habe man sich darauf geeinigt, dass der reBuy-Gründer nicht mehr zurückkehrt.

Auf dem Online-Marktplatz DaWanda können Verkäufer selbstgemachte Produkte anbieten. Das Portal finanziert sich über Angebotsgebühren, Werbung und Verkaufsprovisionen. Anfang Juli hatten die Berliner angekündigt, dass Stellen gestrichen werden. Grund ist, dass DaWanda in den vergangenen Jahren zu viele Initiativen wie lokale Design-Märkte oder Print-Magazine gestartet habe. Nun wollen sich die Portal-Betreiber auf Maßnahmen konzentrieren, die das Online-Geschäft nach vorne bringen.

reBuy Umsatz
Bei reBuy brummt das Geschäft (Quelle: eigene Angaben in Mio. Euro; Wert für 2016: Hochrechnung von neuhandeln.de)

reBuy wiederum konnte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr um 24 Prozent zulegen. Konkrete Zahlen nennt reBuy zwar nicht. Bei einem Netto-Umsatz von zuvor 69,7 Mio. Euro (2015) dürfte der Second-Hand-Spezialist nun aber bei einem Niveau von rund 86,4 Mio. Euro liegen (siehe Grafik). Als Gründe für das erneut starke Wachstum nennt reBuy gegenüber neuhandeln.de unter anderem eine „Optimierung aller Kunden-Schnittstellen“. So hatten die Berliner zum Beispiel ihre Verkaufsseite optimiert und dadurch die Kunden-Zufriedenheit verbessert. Überdurchschnittlich zugelegt hat zudem das Geschäft mit gebrauchter Elektronik, wo reBuy im Jahr 2016 gleich um 39 Prozent wachsen konnte.

Verbessert hat sich neben dem Umsatz auch das Ergebnis. So haben die Berliner im Oktober 2016 den Break-Even erreicht, nachdem man in den Jahren zuvor rote Zahlen geschrieben hatte (siehe Grafik).

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