„Meilenstein“: Luxus-Shop Fashionette wird um Online-Plattform erweitert

Die Fashionette AG will in diesem Jahr ihr Online-Sortiment ausbauen. Neu ins Angebot kommt daher bald Luxus-Mode, mit der Fashionette sein vorhandenes Online-Sortiment sinnvoll ergänzen möchte. Schließlich verkauft das E-Commerce-Unternehmen ja bereits Luxus-Modeaccessoires wie Handtaschen. Spannend ist aber nicht nur, dass nun das Sortiment erweitert wird. Aufhorchen lässt auch, wie die Fashionette AG in das neue Geschäft einsteigt. Denn bei Luxus-Mode setzt Fashionette nicht auf ein klassisches Handelsmodell.

Dominik Benner
Dominik Benner (Bild: Fashionette AG)

Stattdessen verfolgt das E-Commerce-Unternehmen bei Luxus-Mode jetzt eine Plattform-Strategie. Auf dem Online-Portal Fashionette.com werden daher bald Textilien angeboten, die von externen Partnern stammen. Dafür werden unter anderem Bestände von lokalen Mode-Boutiquen angebunden. Die technischen Voraussetzungen wurden bereits geschaffen, die ersten Partner werden derzeit angebunden. Starten soll der Verkauf von Luxus-Mode im dritten Quartal 2023.

Wenn Partner künftig über Fashionette.com verkaufen, erhebt das Unternehmen als Plattform-Betreiber eine Verkaufsgebühr.

Angebunden werden die Bestände der Partner über ein ERP-System. Das geht über bereits vorhandene Systeme oder über ein ERP-System, das Fashionette zur Verfügung stellt. „Die Plattform-Strategie ist ein Meilenstein für Fashionette“, freut sich Dominik Benner (siehe Foto oben), der seit Anfang März 2023 der neue Chief Executive Officer (CEO) bei Fashionette ist. „Zum einen besetzen wir damit den Bereich Luxus-Mode, zum anderen können wir mit der Plattform skalierbar in mehreren EU-Ländern wachsen.“

Luxus-Mode: Viel Potenzial, wenig Wettbewerb

Dass Fashionette zu einer Online-Plattform ausgebaut wird, hatte sich in den vergangenen Monaten bereits mehrmals abgezeichnet. Denn Benner wurde vom Aufsichtsrat nicht zuletzt deshalb als neuer CEO bestellt, damit Fashionette unter seiner Führung strategisch neu aufgestellt wird. Schließlich ist der 40-Jährige auch CEO der Platform Group. Diese wiederum ist seit dem vergangenen Dezember neuer Hauptaktionär von Fashionette und betreibt selbst mehrere Online-Plattformen wie Schuhe24.de, über die stationäre Händler die Warenbestände aus ihren lokalen Ladengeschäften an Verbraucher im Internet verkaufen können.

Kein Wunder also, dass Fashionette nun ähnlich aufgestellt wird. Zumal ja bereits angekündigt wurde, dass Fashionette um eine Plattform-Strategie erweitert werden soll. Wobei hier das Plattform-Modell künftig das Geschäft nur ergänzen, aber nicht ersetzen soll. Denn trotz Plattform will Fashionette auch weiterhin selbst Ware ein- und verkaufen. Für das Geschäft mit Premium- und Luxus-Accessoires holt Fashionette deshalb weiter eigene Waren auf Lager, auf eine Plattform-Strategie dagegen setzt Fashionette künftig nur bei dem Neugeschäft mit Luxus-Mode. Dieses neue Sortiment ist für Fashionette übrigens deshalb interessant, weil man hier großes Wachstumspotenzial sieht und nach eigenen Angaben zudem wenige Wettbewerber hat.

Smartwatches und Beauty aus dem Sortiment gestrichen

Aufgegeben werden dafür Sortimente, die bislang eine untergeordnete Rolle spielen und außerdem nicht rentabel sind. Eingestellt wird deshalb jetzt das Geschäft mit Smartwatches, in das man vor zwei Jahren eingestiegen war. Doch nun werden keine Waren mehr eingekauft und vorhandene Bestände abverkauft.

Mit Smartwatches hatte das E-Commerce-Unternehmen nach eigenen Angaben lediglich einen Umsatz im einstelligen Millionen-Euro-Bereich erzielt und dabei obendrein einen „bis heute negativen Ergebnisbeitrag“ eingefahren. Erst vor kurzem hatte Fashionette bereits beschlossen, sich aus dem Online-Geschäft mit Beauty-Produkten zurückzuziehen. Auch in diesem Segment wurde nach eigenen Angaben nur ein geringer Umsatz erzielt – bei einem negativen Ergebnisbeitrag. Zum Vergleich: Über alle Sortimente hatte Fashionette im Jahr 2022 nach den vorläufigen Zahlen einen Netto-Umsatz von 165,8 Mio. Euro erreicht.

Fashionette wurde 2008 gegründet und war zunächst einmal als Online-Verleih von Designer-Handtaschen gestartet. Vor zwei Jahren wurde der ausländische Online-Händler Brandfield übernommen, um in Europa zu expandieren. Zur Fashionette AG gehören heute damit also die zwei Shopping-Portale Fashionette und Brandfield. Während sich die Kernmarke Fashionette in erster Linie an Nutzer in der DACH-Region richtet, werden über Brandfield vor allem Kunden in Holland und Belgien bedient. Von beiden Portalen gibt es aber noch Sprachversionen, die sich an Nutzer in anderen Ländern richten. Auch Brandfield ist auf Premium- und Luxusmode-Accessoires spezialisiert. Die Plattform-Strategie startet Fashionette aber bei seiner Kernmarke.

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