Zwei Hintergründe: Deshalb sinkt bei der myToys.de GmbH der Umsatz

Mit einem Umsatzrückgang hat die myToys.de GmbH das Geschäftsjahr 2021/22 abgeschlossen, das am 28. Februar beendet wurde. Konkret konnte das Multishop-Unternehmen aus dem Otto-Konzern einen Netto-Umsatz von rund 500 Mio. Euro erwirtschaften, der über die Online-Shops myToys.de (Angebot: Spielwaren), Mirapodo (Schuhe & Bekleidung) sowie Yomonda (Möbel & Accessoires) erreicht wurde.

myToys.de Store
Filiale von myToys.de (Bild: myToys.de GmbH)

Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr zuvor war die Otto-Tochter noch auf einen Netto-Umsatz von rund 530 Mio. Euro gekommen. Im Jahresvergleich hat sich der Netto-Umsatz damit nun im einstelligen Prozentbereich reduziert.

Und das hat zwei Gründe. Zum einen hat myToys.de im Frühjahr 2021 sein Geschäft in Russland beendet. Hier hatten die Berliner zwar seit dem Jahr 2010 einen länderspezifischen Online-Shop für Verbraucher in Russland betrieben. Dieser wurde aber kurz nach dem Start in das Geschäftsjahr 2021/22 eingestellt, weil die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht wurden.

Im Geschäftsjahr 2021/22 hat das Russland-Geschäft daher – im Gegensatz zu dem Vorjahr – nur noch in geringem Umfang zum Gesamtumsatz beigetragen. Reduziert hat sich dieser jetzt zum anderen aber auch, weil sich die hohe Nachfrage nach Kinderprodukten wieder normalisiert hat. Denn im Jahr zuvor war das Interesse an Produkten der Otto-Tochter stark gestiegen, als im Frühjahr 2020 der erste Corona-Lockdown in Deutschland kam und Eltern plötzlich ihre Kinder zu Hause betreuen mussten.

myToys Umsatz
Umsatzverteilung nach Limango und den myToys-Shops in der Gruppe (Quelle: eigene Angaben)

Auch deshalb hatte im ersten Corona-Jahr 2020/21 der Netto-Umsatz der Berliner myToys.de GmbH noch zweistellig angezogen, wodurch das Multishop-Unternehmen erstmals die Umsatzmarke von 500 Mio. Euro übertreffen konnte (siehe Grafik oben). Der Umsatz sinkt daher jetzt also auf einem hohen Niveau, das nicht zuletzt durch den Corona-Boom im Vorjahr erreicht wurde. Die gesamte myToys-Gruppe konnte zudem das sehr hohe Niveau des Vorjahres halten. Denn zu diesem Verbund zählt neben der myToys.de GmbH aus Berlin ja auch noch der Shopping-Club Limango aus München.

Beide Unternehmen zusammen kommen im Geschäftsjahr 2021/22 auf einen Netto-Umsatz von 905 Mio. Euro, der damit 1,2 Prozent über dem Wert aus dem Vorjahr liegt (2020/21 wurde ein Netto-Umsatz von 894 Mio. Euro erreicht). Während nämlich beim Multishop-Unternehmen myToys.de der Umsatz jetzt gesunken ist, konnte Limango erneut zweistellig zulegen. Zwar liegt das Wachstum mit einem Plus von 13 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, als Limango noch über 30 Prozent zulegen konnte. Doch auch bei Limango hat sich das Geschäft nach dem ersten Corona-Jahr normalisiert. Der Shopping-Club konnte dennoch auf dem hohen Niveau des Vorjahres aufsetzen und einen Netto-Umsatz von 405 Mio. Euro erzielen. Ein Grund dafür ist, dass erneut das Sortiment ausgebaut wurde.

Retail-Geschäft erholt sich

Das Multishop-Unternehmen myToys.de und der Shopping-Club Limango bilden im Otto-Konzern die myToys-Gruppe, weil beide Unternehmen die Zielgruppe der jungen Familien adressieren. Die Gruppe ist nicht nur im Online-Handel aktiv, sondern auch im stationären Einzelhandel. Denn hier betreibt die myToys.de GmbH aktuell 19 Ladengeschäfte in Deutschland unter ihrer Vertriebslinie myToys.de. Das Retail-Geschäft hat sich nun zwar wieder erholt, nachdem hier der Umsatz im Vorjahr wegen Corona-Beschränkungen gesunken war. Das Vor-Corona-Niveau wurde jedoch 2021/22 noch nicht erreicht.

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Über Stephan Randler 3071 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.