„Sparkonzept“? Das steckt wirklich hinter dem neuen Otto-Projekt „New“

Mehr als 5.600 Mitarbeiter beschäftigt der Otto-Versand zwar momentan nach eigenen Angaben. Doch bis zu 400 Vollzeitstellen davon könnten wegfallen, wie die überregionale Tageszeitung „taz“ in einem Online-Artikel vom 07. April 2021 berichtet. Demnach gehöre der Abbau von Stellen zu einem Projekt mit dem Namen „New“, über das Otto bis zum Jahr 2023 einen „Rationalisierungsplan durchboxen“ will.

Otto Campus
Otto will seine Prozesse umstrukturieren

Auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt Otto, dass es ein Projekt mit dem Namen „New“ gibt. Dieses wird laut dem Konzern seit vergangenem Sommer erarbeitet und wurde vor einem Monat der Belegschaft in einem internen Meeting präsentiert. Angedacht sei dabei tatsächlich, Stellen abzubauen.

Anpassungen vornehmen will Otto aber nur bei Teilbereichen, wo aktuell noch viele Prozesse manuell von Mitarbeitern durchgeführt werden. Dazu gehören demnach unter anderem der Vertrieb und das Marketing. Hier will Otto nach eigenen Angaben künftig mehr Prozesse automatisieren.

Hintergrund für diese Entscheidung sei, dass Wettbewerber von Otto in diesen beiden Teilbereichen bereits moderner aufgestellt wären. Das habe nicht zuletzt die Corona-Pandemie verdeutlicht, in der beim Otto-Versand zwar generell das Geschäft stärker als zuvor angezogen hat. Der Bestell-Boom habe allerdings auch verdeutlicht, wo Schwachstellen bei Otto liegen und Nachholbedarf besteht.

Umbau zum Online-Marktplatz schreitet voran

Wie viele Stellen nun aber tatsächlich abgebaut werden, ist aktuell noch völlig offen. Denn laut dem Konzern hat das Projekt „New“ ja gerade erst begonnen. Der Konzern prüfe und analysiere daher zu diesem Zeitpunkt noch, wo und wie genau vorhandene Prozesse denn automatisiert werden können.

Laut der „taz“ handelt es sich bei dem Projekt „New“ übrigens um ein Sparkonzept, bei dem der Otto-Personalkörper „radikal verschlankt“ werden soll. Gegenüber neuhandeln.de wehrt sich der Konzern aber gegen diese Darstellung. So werde es zwar bei vorhandenen Stellen zu Anpassungen kommen. Doch im Gegenzug suche man Arbeitskräfte in Bereichen wie E-Commerce und Online-Marketing. Hier sind in der Tat nach offiziellen Angaben des Konzerns momentan über 110 Stellen ausgeschrieben.

Kein Wunder. Schließlich baut Otto seit vier Jahren sein Geschäftsmodell um. So entwickelt sich das Portal Otto.de zunehmend von einem klassischen Online-Shop zu einem Marktplatz, auf dem immer mehr externe Händler ihre Produkte verkaufen. Daher überrascht es nicht, dass Otto nun bei der IT nachrüstet – dafür aber auch Stellen wegfallen, die man in der bisherigen Form nicht mehr braucht.

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Über Stephan Randler 2790 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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  1. Otto NEW – oder: Was kann bleiben und was muss gehen? – Exciting Commerce

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