Ceconomy schließt in Deutschland gerade einmal drei Stores – vorerst allerdings

Vergangene Woche hatte die Ceconomy AG angekündigt, dass lokale Märkte von Media-Markt und Saturn auf dem Prüfstand stehen. Nun ist fix, dass die Mutter-Gesellschaft der MediaMarktSaturn-Gruppe europaweit Stores schließen wird – wenn auch wie bereits vorab verkündet nur in einem „begrenzten Umfang“. So will die Unternehmensgruppe insgesamt 14 defizitäre Märkte aufgeben.

Media Markt Club
14 Stores schließen (Bild: MediaSaturn)

Der Hintergrund sind „rückläufige Kundenfrequenzen“ in den betroffenen Elektronik-Märkten, die wiederum durch die Corona-Pandemie verursacht worden seien. Drei der 14 betroffenen Stores befinden sich in Deutschland.

Zum Vergleich: Allein von Media-Markt gibt es momentan mehr als 270 Stores in Deutschland, von Saturn etwa 150 Märkte. Europaweit kommt die Gruppe mit allen Marken auf über 1.000 Geschäfte. Die Zahl der Märkte könnte sich in den nächsten Monaten aber „nochmals leicht verringern“ – abhängig davon, wie sich das Kaufverhalten der Kunden in der Corona-Pandemie entwickelt.

Alle Geschäfte betrifft dagegen eine einheitliche Organisationsstruktur, die konzernweit eingeführt wird. Die zentrale Idee dahinter ist, dass administrative Aufgaben aus den einzelnen Märkten genommen und künftig von den Hauptverwaltungen der Landesgesellschaften übernommen werden. Im Gegenzug wird in allen Stores eine neue Standard-Organisation eingeführt, die ein Chief Customer Officer (CCO) leiten soll. So will man unterm Strich künftig sowohl kundenorientierter als auch schneller am Markt agieren.

Auch in den einzelnen Landesgesellschaften will die Gruppe nun einheitliche Strukturen und Standard-Prozesse etablieren. Dadurch benötigt der Konzern künftig aber auch weniger Personal. So werden in den kommenden 24 bis 36 Monaten – vorwiegend im europäischen Ausland – voraussichtlich bis zu 3.500 Vollzeitstellen abgebaut (zum 30. Juni gab es europaweit ca. 45.000 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis).

Nach heute veröffentlichten Zahlen war der Ceconomy-Umsatz zwischen April und Juni 2020 – also dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 – währungs- und portfoliobereinigt um 8,4 Prozent auf rund 4,1 Mrd. Euro gesunken. Der Rückgang sei ausschließlich auf die Corona-Krise und den Lockdown zurückzuführen, der auch bei Ceconomy zu Store-Schließungen im April und teilweise noch im Mai 2020 geführt hatte. Mit dem Re-Start im Einzelhandel habe sich der Umsatz im Mai und Juni erholt.

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Über Stephan Randler 2698 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.