B2B-Handel: Amazon.de startet Shop für Arbeitssicherheit

Der weltgrößte Versender investiert derzeit nicht nur in sein Kerngeschäft mit Endkunden, die Amazon-Tablets in Kürze sogar geschenkt bekommen. Auch beim Geschäft mit Firmenkunden bleibt Amazon umtriebig. Bestes Beispiel dafür ist ein neuer B2B-Shop mit Schutzausrüstung, Werkzeug und Reinigungsgeräten, der ab sofort über die Einstiegsseite amazon.de/industrie zu erreichen ist. Dort verspricht Amazon eine halbe Mio. Artikel für den „professionellen Bedarf„.

Amazon ArbeitsschutzAmazon.de bewirbt nun auch prominent Schutzausrüstung (Bild: Screenshot)

Mit dem neuen Angebot konkurriert Amazon um dieselben Geschäftskunden, die spezialisierte B2B-Versender wie Seton oder Denios ebenfalls adressieren. Großartig ändern dürfte sich für die Platzhirsche dennoch kaum etwas – zumindest auf absehbare Zeit. Denn in seinem neuen B2B-Shop präsentiert Amazon dann doch ein wenig alten Wein in neuen Schläuchen.

Eine beispielhafte Stichprobe zeigt: Wer über die neue Einstiegsseite nach Sicherheitsschuhen sucht, bekommt zahlreiche Artikel zu sehen, die Amazon schon länger im Sortiment führt. So wurden zum Beispiel die ersten Kundenrezensionen für diesen Arbeitsschuh bereits vor über zwei Jahren verfasst. Wer also mit vergleichbaren Produkten um ähnliche B2B-Kunden buhlt, dürfte sich bereits seit längerem in einem direkten Wettbewerb mit Amazon befinden.

Wobei Amazon sich mit seinem B2B-Angebot wohl in erster Linie an Kleinunternehmer richtet. Denn im Gegensatz zu spezialisierten B2B-Versendern fehlen dann doch einige Services, die für größere Firmen sicher nicht unwichtig sind. Während man bei Seton und Denios die Ware zum Beispiel auf Rechnung kaufen kann, ist das bei Amazon Deutschland für Firmen nicht möglich. Zudem lassen sich bei Amazon.de keine Firmen-Accounts mit mehreren Nutzern anlegen.

In den Vereinigten Staaten sieht es allerdings schon anders aus. Dort betreibt Amazon seit diesem Frühjahr unter amazon.com/business ein B2B-Portal, bei dem sich über einen Account für eine Firma bereits mehrere Nutzer verwalten und Rechte für einzelne Mitglieder vergeben lassen. Zudem sind beispielsweise Mengenrabatte bei Großbestellungen möglich. Solche Funktionen dürfte Amazon wohl auch einmal in Deutschland anbieten – und damit sein B2B-Angebot aufwerten – zum Leidwesen der Konkurrenten. Wobei B2B-Händler ihre Produkte ja prinzipiell auch über den Amazon-Marketplace an Geschäftskunden verkaufen können.

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Über Stephan Randler 3148 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.