Auslandsreport: Waitrose baut auf eine Multi-Shop-Strategie

Nicht nur hierzulande investieren immer mehr Händler in Multi-Shop-Strategien. Auch im Ausland kommt es zunehmend in Mode, das eigene Kernangebot um zusätzliche Sub-Shops zu ergänzen. So betreibt die Supermarktkette Waitrose nun einen eigenständigen Tierfutter-Shop:

Waitrose PetBildquelle: Screenshot

Waitrosepet.com offers the perfect solution to every animal owner’s needs, stocking both well-known brands and specialist products. In all, waitrosepet.com will showcase a huge range of over 9,000 products, including more than 60 Waitrose own-brand lines.“

Nach eigenen Angaben betreibt Waitrose jetzt als erster Supermarkt in Großbritannien einen eigenständigen Tierfutter-Shop, was allerdings nur bedingt stimmt. Schließlich betreibt der direkte Konkurrent Ocado unter Fetch.co.uk bereits seit diesem Mai ein Shopping-Portal für Tierhalter – wenn auch Ocado im Gegensatz zu Waitrose „nur“ ein reiner Online-Supermarkt ist.

Bei näherem Hinsehen unterscheiden sich die Herangehensweise der beiden Händler deutlich. So bietet Ocado seine Ware sowohl im spezialisierten Sub-Shop als auch im klassischen Online-Supermarkt an. Kunden von Ocado können mit ihrem Account zudem bei Fetch kaufen.

Eine andere Strategie verfolgt nun Waitrose. Wer sich hier im klassischen Online-Supermarkt für Tierbedarf interessiert, wird jetzt auf den Sub-Shop verwiesen. Einkaufen kann man dort aber nur, wenn man einen neuen Account anlegt. Das ist gerade für Bestandskunden ziemlich lästig, da man bislang bei Waitrose ganz regulär Tierbedarf kaufen konnte und nun einen Zusatz-Account anlegen muss. Das kennen Kunden aber bereits vom den erst vor einem halben Jahr gestarteten Wein-Shop „Waitrose Cellar„, wo ebenfalls ohne weiteren Account nichts geht.

Waitrose betreibt neben dem Tier-Portal und dem Wein-Shop noch das Angebot Waitrose Direct, wo Kunden unter anderem Blumen bestellen können. Ocado wiederum bietet unter dem Namen Sizzle noch einen zweiten Sub-Shop an, indem Küchenbedarf angeboten wird.

Hierzulande lässt derzeit vor allem der Otto-Versand mit ihrer Multi-Shop-Strategie aufhorchen. So betreiben die Hanseaten mit Schlafwelt (Fokus: Matratzen), Cnouch (Sofas) und Ekinova (Küchengeräte) bereits drei Nischen-Portale, in denen Produkte aus dem vorhandenen Sortiment erneut angeboten werden. Trotz Produkt-Recycling halte ich so eine Multishop-Strategie für sinnvoll, da man bestimmte Zielgruppe über spezialisierte Angebote zielgenauer ansprechen kann. Die Internetstores GmbH dürfte zum Beispiel nicht ohne Grund bereits seit Jahren verschiedene Online-Shops für unterschiedliche Gruppen von Radfahrern betreiben.

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.