Ziel verfehlt: Windeln.de verpasst Break-Even im kommenden Jahr

Die deutsche Windeln.de-Gruppe wird den Break-Even nun voraussichtlich wohl doch erst Anfang 2020 erreichen. Das teilt der Handelskonzern mit Firmensitz in München mit, der damit seine ursprüngliche Prognose revidiert. Denn eigentlich wollte der deutsche Spezial-Versender den Break-Even auf Basis des bereinigten EBITs bereits zu Beginn des kommenden Jahres schaffen – also bereits in wenigen Wochen.

Matthias Peuckert
Konzern-Chef Matthias Peuckert (Bildquelle: Windeln.de SE)

Es hatten sich aber zunehmend die Anzeichen verdichtet, dass man dieses Ziel verfehlen wird. So hatte man zwar erst vor wenigen Wochen erneut betont, die Gewinnschwelle nach wie vor Anfang 2019 erreichen zu wollen.

Voraussetzung dafür waren jetzt allerdings „eine Erholung des chinesischen Geschäfts“ sowie „zusätzliche Fortschritte bei der Margenverbesserung“ als auch eine „weitere Senkung der Vertriebs- und Verwaltungskosten“ – kurzum: Dass alles besser läuft als es momentan der Fall ist. In diesem Kontext konnte man daher schon davon ausgehen, dass der angestrebte Break-Even wohl noch eine Weile auf sich warten lassen wird.

Dass man nun die Gewinnschwelle im kommenden Jahr verfehlt, begründet der Konzern in erster Linie mit seinem kriselnden China-Geschäft. So hätte sich der Versandhandel in Fernost zwar jetzt erholt, dennoch habe der Konzern im vierten Quartal 2018 nicht das Vorjahresniveau erreichen können.

Bereits im dritten Quartal 2018 sank der China-Umsatz von 26,8 Mio. Euro auf nur 11,8 Mio. Euro. Unter anderem hatten Grenzkontrollen zu Lieferverzögerungen geführt, weshalb Kunden wieder Bestellungen stornierten. Der Konzern hat daher weniger geworben. Das gilt auch für das Geschäft in der DACH-Region, wo der Umsatz parallel von 9,9 Mio. Euro auf 5,7 Mio. Euro nachgelassen hat.

Um Kosten zu sparen, wurde in diesem Jahr bereits der italienische Online-Shop der Marke Windeln.de geschlossen, in Deutschland der Online-Shop der Zweitmarke „Nakiki“ beerdigt und die zwei Schweizer Shops „Kindertraum“ sowie „Toys“ mit dem Shop Windeln.ch verschmolzen. Dadurch hat sich die Zahl der Mitarbeiter deutlich reduziert, weshalb die Vertriebs- und Verwaltungskosten im dritten Quartal 2018 von zuvor 7,9 Mio. Euro auf 5,3 Mio. Euro gesunken sind. Das bereinigte EBIT lag mit -4,9 Mio. Euro dennoch unter dem Vorjahreswert (Q3/2017: -4,5 Mio. Euro) – wegen dem schlechten China-Geschäft.

Die deutsche Windeln.de-Gruppe verkauft aktuell noch über ihre Marke Windeln.de in der DACH-Region und China. Dazu ist der Konzern momentan mit Bebitus in Frankreich, Spanien und Portugal aktiv.

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