Zehn Standorte in Europa: Zalando bezieht weitere Versandlager

Heinrich Dehn

Der Berliner Fashion-Versender Zalando investiert in seine Logistik. Konkret auf der Agenda stehen zwei neue Versandlager im Ausland, mit denen Zalando sich für weiteres Wachstum rüsten möchte. Geplant ist ein Versandzentrum in Polen sowie ein Warenlager in Italien, konkrete Angaben zu den Standorten macht Zalando nicht. Die neuen Logistik-Projekte will Zalando aber innerhalb der nächsten sechs Monate angehen. Geplant sind große Versandlager, wie man sie von Zalando in Deutschland kennt.

Zalando Logistik
Zu den bestehenden acht Standorten kommen zwei weitere hinzu (Grafik: Zalando)

Hierzulande nutzt Zalando bereits seine vier Logistikzentren in Brieselang (Start: 2011), Erfurt (2012) und Mönchengladbach (2013) sowie ein weiteres Logistikzentrum im südbadischen Lahr (2016), die allesamt das Vollsortiment beherbergen und auf Flächen bis zu 130.000 Quadratmetern kommen.

Seit anderthalb Jahren gibt es zudem ein Versandlager in Stradella (Italien) mit 20.000 Quadratmetern Fläche, wo ein Teilsortiment für Kunden aus Italien bevorratet wird. Betrieben wird dieses Lager aber im Gegensatz zu den deutschen Versandzentren nicht von Zalando selbst, sondern durch den Partner Fiege. Dieser betreibt künftig auch ein Versandlager für Zalando in Polen bei Stettin, das allerdings mit 130.000 Quadratmetern Fläche deutlich größer ausfällt und das Vollsortiment beherbergen soll. Die Grundsteinlegung war bereits im vergangenen Herbst, los geht es im dritten Quartal 2017.

Bereits gestartet wurde in diesem Frühjahr zusätzlich ein kleines Versandzentrum in Frankreich bei Paris, das ebenfalls von einem externen Dienstleister betrieben wird und ein Teilsortiment enthält.

Starten soll in diesem Jahr zudem ein Logistikzentrum bei Stockholm, das ebenfalls ein Partner betreibt. Insgesamt kommt Zalando dadurch schon bald auf zehn Versandzentren in Europa.

Ausgefeilte Logistik soll die Kundenbindung stärken

Mit den zusätzlichen Logistikzentren kann Zalando seine Kunden in der Nähe schneller beliefern. Denn einen guten Kunden-Service sehen die Berliner langfristig als einen entscheidenden Erfolgsfaktor – was die aktuellen Zahlen untermauern. So konnte Zalando seinen Netto-Umsatz im zweiten Quartal 2017 um 20,1 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro steigern (Q2/2016: 0,9 Mrd. Euro). Hintergrund ist, dass zum einen die Zahl der aktiven Kunden (mind. eine Bestellung in den vergangenen zwölf Monaten) zum 30. Juni 2017 von zuvor 18,8 Mio. auf 21,2 Mio. Verbraucher gestiegen ist. Im zweiten Quartal 2017 hat sich zudem die Zahl der durchschnittlichen Bestellungen pro Kunde von zuvor 3,3 auf 3,7 erhöht.

Zum einen wurde das Sortiment im Online-Shop um weitere Marken wie „Weekday“ von H&M ergänzt. Dazu hatten „fortlaufende Investitionen in die Kundenfreundlichkeit“ den Umsatz befeuert. So können Kunden zunehmend ihre Bestellungen bereits am selben Tag erhalten (Same Day Delivery) oder ihre Retouren bequem bei sich zu Hause abholen lassen. Beide Services sind zentrale Bausteine im Kunden-Programm „Zalando Zet“, das vor kurzem gestartet wurde und für 19 Euro im Jahr angeboten wird.

Höhere Fulfillment-Kosten – unter anderem wegen Same-Day-Delivery und der Retouren-Abholung – haben aber im zweiten Quartal 2017 dazu geführt, dass sich das EBIT von zuvor 77,2 Mio. Euro auf 76,3 Mio. Euro verschlechtert hat. So stieg das Fulfillmentkosten-Verhältnis im zweiten Quartal 2017 um 3,7 Punkte auf 26,9 Prozent. Das Marketingkosten-Verhältnis verbesserte sich dagegen um 3,2 Punkte auf 7,4 Prozent, da sich hier die Kosten wegen Einsparungen und Effizienzsteigerungen reduziert hatten.

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