Zalando-Update: Neue Länder, neue Sortimente, neue Zahlen

Aktuell beliefert der Fashion-Versender Zalando bereits Kunden in 15 europäischen Ländern. Dabei soll es aber nicht bleiben. Denn noch in diesem Jahr wollen die Berliner sich zwei weitere Ländermärkte erschließen, nachdem die letzte Expansion mit dem Marktstart in Luxemburg fünf Jahre zurück liegt.

Rubin Ritter Zalando
Rubin Ritter (Bild: Zalando SE)

„Bislang lag unser Fokus klar darauf, in unseren bestehenden Märkten und Kategorien bestmögliche Leistung zu zeigen“, argumentiert Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter (siehe Foto). „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir wieder genug Freiraum haben, uns in neues Terrain zu wagen.“

Wohin es Zalando konkret zieht, will man zwar zum aktuellen Zeitpunkt nicht verraten. Die Expansion erfolge aber in Länder, die an bestehende Märkte angrenzen. Weil die Berliner in Mittel- und Nordeuropa bereits viele Kunden bedienen, wären Portugal und Tschechien mögliche Ziele, die an bestehende Märkte angrenzen (Spanien bzw. Polen, Deutschland und Österreich).

Wachsen will Zalando im laufenden Jahr allerdings nicht nur mit neuen Märkten, sondern auch über zusätzliche Sortimente. So soll noch in diesem Monat eine neue Beauty-Kategorie starten, die man bereits im vergangenen Herbst angekündigt hatte. Mit den zusätzlichen Kosmetik-Produkten will Zalando das vorhandene Fashion-Sortiment sinnvoll ergänzen. Zum Start gibt es 100 Marken, die zunächst nur Kunden in Deutschland ordern können. So möchten die Berliner testen, wie das Angebot ankommt. In einem zweiten Schritt ist dann der Start in anderen Ländern angedacht. „Der Markt für Kosmetik ist groß und wir sehen hier die Chance, unsere Stärken auszuspielen“, verdeutlicht Ritter.

Generell will Zalando in diesem Jahr seinen Umsatz erneut um 20 bis 25 Prozent steigern. Im letzten Geschäftsjahr 2017 gab es ein Plus von 23,4 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 4,5 Mrd. Euro. Das besagen die jetzt veröffentlichten Jahreszahlen, die damit die vorläufigen Werte aus dem Januar bestätigen. Wachsen konnten die Berliner, weil zum einen die Zahl der aktiven Kunden von 19,9 auf 23,1 Mio. gestiegen ist. Dazu haben Kunden bei Zalando mehr bestellt, wodurch sich die durchschnittliche Anzahl an Bestellungen pro aktivem Kunden von 3,5 auf 3,9 Bestellungen erhöht hat (neuer Bestwert).

Als Gründe für diese Entwicklung nennt Zalando, dass man unter anderem das Sortiment ausbauen konnte und Service-Leistungen wie Same-Day-Delivery sowie die kostenlose Abholung von Retouren beim Kunden zu Hause das Geschäft befeuern. „Wenn Investitionen darauf ausgerichtet sind, das Leben für den Kunden leichter zu machen, dann zahlt sich das aus“, freut sich daher Zalando-Chef Ritter.

Investitionen in den Service schlagen sich aber auch im Ergebnis nieder. So liegt das bereinigte EBIT – vor Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und nicht operativen Einmaleffekten – mit 215,1 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres (216,3 Mio. Euro).

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Über Stephan Randler 2147 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr