Windeln.de: Umsatz sinkt auch im ersten Quartal 2019 stark

Der deutsche Windeln.de-Konzern hat das erste Quartal 2019 mit einem Netto-Umsatz von 20,8 Mio. Euro abgeschlossen, der über Online-Verkäufe an Kunden in Deutschland, Europa und China erzielt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Umsatz aber drastisch reduziert um mehr als ein Drittel (-37 Prozent), da die Gruppe vor einem Jahr auf einen weltweiten Netto-Umsatz von 32,8 Mio. Euro gekommen war (siehe Grafik unten). Wirklich überraschend kommt diese Entwicklung nun aber nicht.

Matthias Peuckert
Matthias Peuckert (Bild: Windeln.de)

Denn bereits im gesamten vergangenen Geschäftsjahr 2018 hatte sich der Netto-Umsatz von zuvor 188,3 Mio. Euro (2017) auf nur noch 104,8 Mio. Euro beinahe halbiert. Schließlich hatte der Konzern um Vorstandsboss Matthias Peuckert (siehe Foto) im vergangenen Jahr unter anderem den italienischen Shop der Marke Windeln.de geschlossen, die Zweit-Marke „Nakiki“ beerdigt und Produkte mit weniger Nachfrage und/oder Marge ausgelistet.

Auch der erneute Umsatzrückgang im ersten Quartal 2019 kommt nach eigenen Angaben durch eine „Fokussierung auf margenstarke Produkte“.

Dazu zählen unter anderem Gebrauchsgüter wie Kleidung und Spielzeug, während zeitgleich weniger Verbrauchsgüter abgesetzt wurden. Weil diese aber tendenziell schwächere Margen haben, konnte der Konzern im Jahresvergleich immerhin seine Marge leicht steigern von zuvor 24,0 Prozent (Q1/2018) auf nun 25,1 Prozent (Q1/2019). Verbessert hat sich auch das Ergebnis (angepasstes EBIT*), das mit 4,0 Mio. Euro zwar nach wie vor rot ausfällt, aber über dem noch schlechteren Vorjahreswert liegt. Denn dieser lag vor einem Jahr noch bei -5,2 Mio. Euro bzw. -5,9 Mio. Euro, wenn man das Geschäft der im Vorjahr veräußerten Osteuropa-Tochter Feedo berücksichtigt (Umsatzangaben sonst immer ohne Feedo).

Profitieren konnte der Konzern unter anderem davon, dass Personalkosten und Ausgaben für Werbung eingespart wurden. Schließlich wurde im vergangenen Jahr der Personalbestand deutlich reduziert. So gab es zum 31. Dezember 2018 in der Gruppe nur 224 Mitarbeiter – ein Minus von 199 Mitarbeitern. Doch trotz der „wesentlichen Einsparungen“ konnten Kosten nach eigenen Angaben aber nicht im gleichen Maß wie die Umsätze gesenkt werden. Bezogen auf den (nun deutlich geringeren) Umsatz hat sich das bereinigte EBIT daher verschlechtert von -16,2 Prozent (Q1/2018) auf -19,5 Prozent (Q1/2019).

Windeln.de Umsatz
Umsatzentwicklung der Windeln.de-Gruppe (Quelle: eigene Angaben in Mio. Euro)

Für 2019 erwartet der Konzern dennoch ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr, dazu soll der Break-Even auf Basis des bereinigten EBITs weiter Anfang 2020 erfolgen. Dabei helfen soll auch nicht zuletzt das China-Geschäft, das im ersten Quartal 2019 zwar von zuvor 17,5 Mio. Euro (Q1/18) auf 12,3 Mio. Euro eingebrochen ist. Der chinesische Markt erhole sich aber langsam von den negativen Effekten im Vorjahr, als unter anderem strengere Zollkontrollen zu Lieferverzögerungen führten. In diesem Jahr soll daher unter anderem der Marktstart auf dem lokalen E-Commerce-Portal Kaola erfolgen, nachdem Kunden vor Ort bereits im chinesischen Online-Shop und auf dem Marktplatz Tmall kaufen können.

Die deutsche Windeln.de-Gruppe verkauft über ihre Marke Windeln.de in der DACH-Region und China. Dazu ist der Konzern mit Bebitus in Frankreich, Spanien und Portugal aktiv (*ohne Einmaleffekte).

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Über Stephan Randler 2245 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

1 Kommentar zu Windeln.de: Umsatz sinkt auch im ersten Quartal 2019 stark

  1. Also so ganz versteh ich die Interpretation nicht.

    Man hat also im Q1 37 Prozent weniger Umsatz gemacht – und freut sich, dass man 24% weniger Verlust gemacht hat?

    Für mich sieht dies so aus, als würde man für jeden Umsatz-Euro jetzt noch mehr drauflegen weil dich die Fixkosten umso mehr auffressen. Da nützen doch auch Zehntel-Prozente bei der Marge nix.

Kommentare sind deaktiviert.