Beauty, Spielwaren und Elektronik: Warum Zalando mehr als Mode verkauft

Seit Jahren verfolgt Zalando das Ziel, für Mode-Käufer die erste Anlaufstelle für Fashion zu werden. Aus diesem Grund wird das Sortiment immer wieder um neue Angebote ergänzt. In den Online-Shop schaffen es dabei aber längst nicht nur Textilien und Schuhe. Denn im Online-Sortiment von Zalando finden Kunden inzwischen auch Produkte, die mit Mode nur wenig gemein haben. Das gilt zumindest auf den ersten Blick.

Zalando Kartons
Bei Zalando gibt es nicht nur Mode (Bild: Zalando)

So finden Kunden in ausgewählten Ländermärkten zum Beispiel schon seit vier Jahren eine kuratierte Auswahl an Spielwaren im Online-Shop von Zalando. Wer also Mode kaufen will, kann zusätzlich auch Lego oder Playmobil bestellen. Das klingt zunächst zwar ein wenig abgefahren, hat aber durchaus seinen Reiz.

Denn Zalando kann seinen Kunden einen Mehrwert bieten, wenn es neben Mode auch Spielwaren im Sortiment gibt. So können Eltern etwa nicht nur Mode für ihre Kinder bei Zalando kaufen, sondern auch noch das passende Spielzeug für den Nachwuchs bestellen – ohne dazu einen anderen Shop besuchen zu müssen.

Hinter so einer Sortimentsstrategie steht der Gedanke, Kunden mit einem breiten Angebot ein so genanntes One-Stop-Shopping zu bieten. Die Idee: Verbraucher sollen möglichst viele relevante Produkte an nur einem Ort mit einer Bestellung bekommen. Der Kunde muss dadurch nicht verschiedene Online-Shops besuchen, wenn er einkaufen will. Der Händler wiederum profitiert von höheren Warenkörben und Cross-Selling, wenn das Kernsortiment erweitert wird. Aus diesem Grund betreibt beispielsweise auch die myToys.de GmbH aus Berlin neben dem Spielwaren-Shop myToys.de noch das Online-Angebot Mirapodo, wo Mode und Schuhe angeboten werden. Wer daher Spielzeug bei myToys.de bestellt, kann zusätzlich Mode für sich selbst einkaufen. Dafür gibt es einen Warenkorb, über den sich Produkte aus den beiden Shops bestellen lassen.

Fokus weiter klar auf Mode

Wenn Shops ihr Sortiment erweitern, ergeben sich daraus aber nicht unbedingt nur Vorteile. Denn es droht im dümmsten Fall ja, dass durch weitere Angebote der eigene Marken-Kern verloren geht und das Händler-Profil verwässert wird. Zusätzliche Angebote sind daher nur sinnvoll, wenn sie auch wirklich zur Zielgruppe eines Händlers passen. Gegenüber neuhandeln.de betont Zalando daher auch, dass der Fokus des Online-Händlers weiterhin klar auf dem Mode-Sortiment liege. Doch selbst dann muss es nicht nur Textilien geben.

So wurde das Online-Sortiment zum Beispiel bereits im Herbst 2017 um Beauty-Produkte erweitert. Eine nachvollziehbare Entscheidung. Denn Beauty-Produkte sind für viele Kunden genauso wichtig wie Fashion, um ihren persönlichen Stil auszudrücken. Deshalb gibt es bei Zalando auch schon seit 2018 ausgewähltes Tech-Zubehör wie Smartwatches, Handyhüllen, Kopfhörer oder tragbare Lautsprecher. Das Angebot wurde im vergangenen Jahr zudem erweitert um Elektronik-Artikel von Apple und der Kopfhörer-Marke Beats.

Auch Apple und Beats im Online-Angebot

„Wearables und Tech-Accessoires gehören zur Mode von heute und komplettieren den persönlichen Stil“, hatte Zalando vor einem Jahr den Verkaufsstart der Apple-Artikel begründet. Deshalb gibt es bei Zalando auch nur Kleingeräte wie die Apple Watch, aber beispielsweise keine Desktop-PCs von Apple. Denn bei seinem Elektronik-Sortiment konzentriert sich Zalando nach eigenen Angaben auf solche Produkte, die in einem „direkten Zusammenhang mit Mode und Lifestyle“ stehen. Auch diese Strategie ist stimmig. Denn ein Sammelsurium an Elektronik würde wohl in der Tat dazu führen, dass das Shop-Profil verwässert. Auch vor dem Hintergrund, dass es neben Mode, Beauty und Accessoires eben schon Spielwaren bei Zalando gibt.

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Über Stephan Randler 3250 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.