„Wichtiger Meilenstein“: Gläubiger segnen Insolvenzplan von Beate Uhse ab

Die Gläubigerversammlung hat gestern dem vorgelegten Insolvenzplan der Beate Uhse AG einstimmig zugestimmt. Das teilt der kriselnde Erotik-Konzern aus Flensburg mit. Demnach konnte die Beate Uhse AG jetzt einen „wichtigen Meilenstein“ erreichen, um die Unternehmensgruppe wie geplant zu sanieren.

Michael Specht
Vorstand Michael Specht (Bild: Beate Uhse AG)

Der Insolvenzplan sieht eine umfassende finanzwirtschaftliche Sanierung des Konzerns vor. Durch den Eintritt eines Investors soll der lebensfähige Teil der Gruppe und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Hierfür sei notwendig, die Assets der AG auf eine neue Tochter („NewCo“) zu übertragen.

Mit dem Kaufpreis und Erlösen aus Forderungen will man Verfahrenskosten, Masseverbindlichkeiten und die Insolvenzdividende für Gläubiger bezahlen. Die Beate Uhse AG in ihrer heutigen Form wird nach dem Insolvenzplan abgewickelt und damit auch ihre Börsenzulassung verlieren.

Weitere Details aus dem Insolvenzplan: Die Quote für die erste Insolvenzdividende wird bis zu 1,77 % betragen. Für Anleihegläubiger gibt es dazu ein Bezugsrecht an einer zweiten Kapitalerhöhung der neuen Gesellschaft („NewCo“), wenn sie auf die erste Insolvenzdividende verzichten. Gegen Barmittel können sie neue Anteile an dieser Gesellschaft erwerben. Zur Zeichnung dieser Kapitalerhöhung werden nur Anleihegläubiger zugelassen. Der Insolvenzplan steht aber unter anderem noch unter der Bedingung, dass die „NewCo“ im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Beate Uhse Netherlands B.V. (AZ: 56 IN 23/2018) die werthaltigen Assets zu einem marktkonformen Preis erwerben kann.

Die Beate Uhse AG hatte am 15. Dezember 2017 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor waren Verhandlungen mit einer Investorengruppe gescheitert, um eine Anleihe umzustrukturieren. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Beate Uhse AG wurde dann Anfang März eröffnet. Dabei hatte das Amtsgericht Flensburg wie geplant die Eigenverwaltung genehmigt. Im Februar wurde auch für Beate Uhse Netherlands ein Insolvenzverfahren beantragt.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr