Westwing-Bilanz: Umsatz auch im ersten Halbjahr 2019 rückläufig

Der Shopping-Club Westwing hat die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2019 mit einem Netto-Umsatz von 119,5 Mio. Euro beendet. So steht ein Minus von 0,8 Prozent in den Büchern, nachdem die Münchner ein Jahr zuvor auf 120,5 Mio. Euro gekommen waren. Überraschend kommt das aber nicht: Westwing hatte schließlich ja schon das erste Quartal 2019 mit einem Umsatzminus abgeschlossen.

Westwing Umsatz
Der Netto-Umsatz sinkt (Grafik: Westwing)

Dass nun auch für das gesamte erste Halbjahr 2019 ein Umsatzminus in den Büchern steht, begründet Westwing mit verschiedenen Argumenten. So hat man zwar die Marketing-Ausgaben von 7,6 Mio. auf 9,3 Mio. Euro erhöht.

Obwohl aber zusätzlich in Social-Media-Marketing investiert wurde und der Fokus verstärkt auf der Akquise von Neukunden lag, haben die Marketing-Anstrengungen nach eigenen Angaben nicht ausgereicht, um das Wachstum des Kundenstamms voranzutreiben. Zusätzlich macht Westwing weiter sein Geschäft in Italien zu schaffen.

Hier war Westwing vor einigen Jahren mit der Shop-Marke Dalani gestartet, die Schnäppchenjäger als Kunden im Fokus hatte. In Deutschland zum Beispiel will Westwing seine Bestandskunden dagegen mit wechselnden Themenwelten immer wieder zu neuen Käufen verführen. So möchte Westwing jetzt auch in Italien punkten, wo das Geschäftsmodell im vergangenen Jahr an die DACH-Region angepasst wurde.

Bislang aber haben die Umbauten noch nicht zu „signifikanten finanziellen Verbesserungen“ geführt. Der Umsatz im internationalen Geschäft hat sich daher im ersten Halbjahr 2019 um 10,8 Prozent auf 54,1 Mio. Euro reduziert, während es in der DACH-Region noch ein Plus von 9,4 Prozent auf 65,4 Mio. Euro gegeben hat. Verschlechtert hat sich in beiden Segmenten das Ergebnis (angepasstes EBITDA):

Westwing Umsätze
Die Ergebnis-Entwicklung von Westwing im Überblick (Grafiken: Westwing)

Unterm Strich steht in allen Ländern für das erste Halbjahr 2019 ein Verlust von -8,8 Mio. Euro, wo es ein Jahr zuvor ein positives Ergebnis von 2,8 Mio. Euro gegeben hatte. Denn nicht nur die Marketing-Kosten sind gestiegen, auch bei der Logistik gab es höhere Aufwendungen. Grund ist, dass Westwing sein Versandlager von Berlin nach Polen verlagert hat. Dieser Umzug hat höhere Kosten verursacht als geplant, weil zum Beispiel das Berliner Lager im zweiten Quartal 2019 noch parallel betrieben wurde.

Westwing wurde 2011 gegründet und ist in elf Ländern aktiv. Im Angebot sind preisreduzierte Möbel, Accessoires und Textilien, die nur einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind oder solange der Vorrat reicht. Einsehen können Angebote nur registrierte Mitglieder. Bei WestwingNow werden zusätzlich Bestseller angeboten, die öffentlich einsehbar und dauerhaft verfügbar sind. Dieses weitere Online-Angebot wurde im Juli 2019 nun auch in der Slowakei und Tschechien an den Start gebracht. Damit ist WestwingNow nun erstmals in allen elf Ländern aktiv, wo Westwing seinen Shopping-Club betreibt.

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Über Stephan Randler 2240 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr