Wegen Italien-Geschäft: Quartalsumsatz von Westwing geht zurück

Der Shopping-Club Westwing hat das erste Quartal im laufenden Geschäftsjahr 2019 zwar mit einem europaweiten Netto-Umsatz von 61,4 Mio. Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Umsatz damit aber leicht reduziert, da der Shopping-Club im ersten Quartal 2018 auf einen Wert von 62,1 Mio. Euro gekommen war. Wenn man allerdings das kriselnde Geschäft von Westwing in Italien außer Acht lässt, ergibt sich im Jahresvergleich dann ein Umsatzplus von fünf Prozent in Europa.

Westwing Umsatz
Umsatzentwicklung (Grafik: Westwing)

Der Hintergrund: In Italien war Westwing zunächst vor einigen Jahren mit der Shop-Marke „Dalani“ gestartet, unter der man ein anderes Geschäftsmodell als in den übrigen Ländern betrieben und vor allem Schnäppchenjäger als Kunden im Fokus hatte. Diese wurden auch mit TV-Spots angesprochen.

In Deutschland zum Beispiel will Westwing seine Bestandskunden dagegen mit wechselnden Themenwelten immer wieder zu neuen Käufen verführen. So möchte Westwing jetzt auch in Italien punkten, wo das Geschäftsmodell daher im vergangenen Jahr an die DACH-Region angepasst wurde.

Seitdem firmiert der Shopping-Club unter seiner Kernmarke auch in Italien, wo der Umbau aber erst noch „messbare Ergebnisse zeigen“ muss. In der DACH-Region gab es zwar ein Umsatzplus von elf Prozent auf 33,5 Mio. Euro, das Ergebnis der Gruppe (angepasstes EBITDA) hat sich aber verschlechtert von +2,1 Mio. Euro auf -3,9 Mio. Euro. Denn Westwing hatte unter anderem seine Ausgaben für Online-Content und Social-Media erhöht, den Online-Ableger WestwingNow mit dem dauerhaften Sortiment nun auch in Spanien an den Start gebracht und dazu seine Logistik von Berlin nach Polen verlagert.

Durch den Umzug der Logistik erwartet Westwing ab dem zweiten Halbjahr 2019 dann Einsparungen. Ergebnisse erwartet Westwing dann auch bei seinen Investitionen in das dauerhafte Sortiment. Um das Wachstum in der DACH-Region zu befeuern, sind mehr preisgünstige Produkte geplant. Um Kunden den Kauf zu erleichtern, lassen sich seit Februar auch kostenlos Stoffmuster zu Produkten anfordern.

Westwing wurde 2011 gegründet und ist in elf Ländern aktiv. Im Angebot sind preisreduzierte Möbel, Accessoires und Textilien, die nur einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind oder solange der Vorrat reicht. Einsehen können die Angebote nur registrierte Mitglieder. Über „Westwing Now“ dagegen werden zusätzlich Bestseller angeboten, die öffentlich einsehbar und dauerhaft verfügbar sind. Mit dem Marktstart in Spanien ist dieses Beiboot nun schon in neun von elf Westwing-Märkten aktiv. In der Slowakei und Tschechien soll „Westwing Now“ in diesem Jahr ebenfalls noch an den Start gehen.

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Über Stephan Randler 2220 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr