Vorläufige Quartalszahlen: Zalando trotzt dem warmen Herbstwetter

Der Fashion-Versender Zalando schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Konkret erwarten die Berliner nach vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2016 einen Netto-Umsatz zwischen 827 Mio. und 841 Mio. Euro, was einem Wachstum von 16 bis 18 Prozent zum Vorjahreszeitraum entsprechen würde.

Im dritten Quartal 2015 war das Wachstum zwar mit einem Plus von 42,2 Prozent auf 713,1 Mio. Euro stärker ausgefallen. In der aktuellen Berichtsperiode hatte aber Zalando mit einem schwachen Gesamtmarkt zu kämpfen. So war das Wetter im September zu warm ausgefallen, weshalb der gesamte deutsche Mode-Markt laut Zalando allein in diesem Monat um 15-20 Prozent nachgegeben hatte.

Zalando Brieselang Logistik
Bei Zalando brummt das Geschäft (Bild: Zalando)

Tatsächlich klagen in diesen Tagen viele Mode-Versender über schlechte Geschäfte. Zalando konnte dem Trend dennoch trotzen, weil die Berliner von anhaltenden Investitionen in den Kunden-Service profitieren.

Konkret hatten die Berliner im laufenden Geschäftsjahr unter anderem ihr Sortiment um weitere Mode-Marken erweitert und erstmals eine App für den hauseigenen Shopping-Club „Zalando Lounge“ veröffentlicht, über den Sonderposten zu reduzierten Preisen vermarktet werden. Seit Januar 2016 betreibt Zalando zudem erstmals ein Fulfillment-Center in Italien, über das italienische Kunden seitdem schneller an ihre Pakete kommen.

Verbessert hat sich neben dem Umsatz auch das Ergebnis. So erwartet Zalando für das dritte Quartal 2016 ein bereinigtes EBIT von acht bis 25 Mio. Euro, nachdem es im Vorjahr hier noch einen Verlust gab (Q3/2015: -24 Mio. Euro). Hintergrund ist, dass Zalando nach eigenen Angaben die Effizienzen in allen Geschäftsbereichen steigern konnte. Den starken Sprung muss man dennoch relativieren.

Denn vor einem Jahr hatten Investitionen in das Kundenerlebnis den Umsatz zu Lasten der Marge wachsen lassen. So gab es „signifikante Technologie-Investitionen in Logistik“ und erhöhte Marketing-Ausgaben, um die Zalando-Apps zu pushen. Dazu führten vor einem Jahr obendrein Betrugsfälle aus dem ersten Halbjahr 2015 zu weniger Einnahmen aus Inkasso-Forderungen als angenommen.

Zur Erinnerung: Im zweiten Quartal 2015 hatten Kunden vermehrt bei Zalando auf Rechnung bestellt, die Forderungen dann aber nicht bezahlt. Der Hintergrund: Zalando hatte die Anforderungen beim Kauf auf Rechnung gelockert, damit mehr Neukunden ihre Ware erst im Nachhinein bezahlen können. Parallel kam es dann aber zu einer Betrugswelle, die Zalando zu spät erkannt hatte.

Die geprüften Zahlen für das dritte Quartal 2016 veröffentlicht Zalando am 10. November 2016.

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Über Stephan Randler 2199 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr