Very-Strategie: Ein individueller Web-Shop für jeden Kunden

Immer mehr Online-Händler umgarnen ihre Kunden mit personalisierten Inhalten im Shop. In vielen Fällen wird der inviduelle Content aber nur in bestimmten Seitenleisten ausgespielt, wo Kunden zum Beispiel Produktempfehlungen finden, die zu ihren bisherigen Käufen passen.

Very Online-Shop

Von der Startseite des Very-Shops gibt es 1,2 Mio. Versionen (Bild: Screenshot)

Einen Schritt weiter geht jetzt die britische Versendergruppe Shop Direct bei ihrem Online-Shop Very. Hier erhalten Kunden nun eine völlig personalisierte Homepage, wenn sie den Web-Shop des Universalversenders besuchen. Bei der Personalisierung erreichen die Briten damit nach eigenen Angaben einen Grad, den derzeit noch kein anderer Händler bieten kann.

Das Prinzip: Wenn ein Verbraucher den Online-Shop besucht, wird sein Surf-Verhalten und seine Kaufhistorie (sofern der Kunde angemeldet ist) analysiert. Im Anschluss werden diese Informationen genutzt, um Teile der Homepage mit individuellen Inhalten zu hinterlegen.

Wer zum Beispiel kürzlich Mode einer bestimmte Marke gekauft hat, erhält auf der Startseite ein Werbebanner, das weitere Textilien dieser Marke zeigt. Im Unterschied zu den gängigen Produktempfehlungen werden diese personalisierten Inhalte aber nicht in einer einzelnen Seitenleiste gelistet (Beispiel: „Ihre Empfehlungen“). Vielmehr werden die individualisierten Inhalte ausgespielt, ohne dass der Kunde explizit darauf hingewiesen wird. Der personalisierte Content wird damit Teil des Shop-Designs, das sich von Kunde zu Kunde unterscheiden kann.

Shop-Personalisierung 2.0: Jeder Kunde bekommt eine eigene Menüleiste

Bemerkbar macht sich die Individualisierung zum Beispiel auch bei der Navigationsleiste des Online-Shops. So erscheint die Rubrik „Child & Baby“ in der horizontalen Menüleiste im Shop von Very momentan an vierter Stelle von links (siehe Screenshot). Wenn Kunden sich im Shop nun oft für Baby-Produkte interessieren, so rutscht dieser Punkt aus der Menüleiste bei dieser Zielgruppe von der vierten Stelle an die erste Position in der horizontalen Seitennavigation.

Erste Zahlen zeigen, dass durch diese Form der Personalisierung die Konversionsraten in dem Online-Shop deutlich ansteigen. Die Investitionen in die Shop-Personalisierung sollen daher im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 30. Juni) einen Mehrumsatz von 20 Mio. Pfund in die Kasse spülen (zuletzt hatte der Jahresumsatz der Briten 1,74 Mrd. Pfund betragen).

Nach eigenen Angaben kann die britische Versendergruppe aktuell 1,2 Mio. Varianten der Very-Website ausliefern, zum Jahresende soll es rund 3,5 Mio. unterschiedliche Versionen geben.

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Über Stephan Randler 3151 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

7 Kommentare

  1. Gibt es irgendwo eine Statistik die sagt wieviele Kunden sich in einem Shop anmelden? Die Idee ist super aber ich kenne niemanden der sich VOR dem rumsurfen oder shoppen bei einem Shop anmeldet…

    • Es dürfte sich wohl nur ein Bruchteil direkt anmelden. Über die Browsereinstellungen kann man ja aber auch Nutzer zurückverfolgen, wenn sie ihre Chronik nicht löschen. Statistik kenne ich aber leider auch keine.

  2. Ein sehr interessanter Ansatz, können noch mehr Screenshots veröffentlich werden, wo die Änderungen deutlich sichtbarer sind?
    Ich bin mal gespannt, wo die Personalisierung noch hinführt und zu welchem Zeitpunkt diese nicht mehr gewinnbringend umgesetzt werden kann.

  3. Mehr Screenshots habe ich aktuell nicht. Bei Gelegenheit werde ich den Shop aber einmal öfters besuchen und beobachten, wie sich mein Surf- und Klickverhalten dann auf die Seite auswirkt.

Kommentare sind deaktiviert.