„Umsatz und Ertrag verloren“: Hawesko leidet unter heißem Sommer

Im Oktober hatte die Hawesko-Gruppe ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2018 nach unten korrigiert, weil ein „langer und heißer Sommer“ das Geschäft erschwert habe. Nun liegen die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal 2018 vor, in dem der Umsatz von 110,7 Mio. auf 108,3 Mio. Euro gesunken ist.

Thorsten Hermelink
Thorsten Hermelink (Bild: Hawesko)

„Im dritten Quartal hat unser Geschäft durch den langen und warmen Sommer vor allem im September an Umsatz und Ertrag verloren“, erklärt Thorsten Hermelink, der Vorstandsvorsitzende der Hawesko-Gruppe.

Hintergrund ist, dass sich die Nachfrage bis Ende September zu günstigen und leichten Weiß- und Roséweinen verschoben hat. Üblich sei in diesem Zeitraum aber ein Trend zu gehaltvolleren und margenstärkeren Weinen. Deshalb haben Umsatz und EBIT im dritten Quartal 2018 das Niveau des Vorjahres nicht erreicht.

Im Versandhandel ging der Umsatz um 2,9 Prozent auf 35,2 Mio. Euro zurück (Q3/17: 36,2 Mio. Euro), während das EBIT von 1,1 Mio. Euro auf 0,1 Mio. Euro gesunken ist. Beim Multichannel-Handel (Jacques‘) gab es aber ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf 35,2 Mio. Euro (Q3/17: 34,0 Mio. Euro), weil neue Standorte eröffneten. Flächenbereinigt stieg der Umsatz um 1,8 Prozent, weil die Kundenfrequenz gesteigert wurde und man mehr aktive Kunden hatte. Wegen der Expansion liegt aber das EBIT mit 2,5 Mio. Euro unter dem Vorjahr (Q3/17: 3,1 Mio. Euro). Im Großhandel sank der Umsatz um 6,4 Prozent auf 37,9 Mio. Euro (Q3/17: 40,5 Mio. Euro), das EBIT zudem auf 0,9 Mio. Euro* (Q3/17: 1,5 Mio. Euro).

Für den Konzern gibt es so für das dritte Quartal 2018 ein EBIT von 1,8 Mio. Euro* (Q3/2017: 4,1 Mio. Euro), während der Quartalsumsatz um 2,2 Prozent nachgegeben hat. Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 rechnet die Gruppe dennoch mit einem Plus von 2,5 Prozent (Vorjahr: 507 Mio. Euro) und einem EBIT zwischen 28 Mio. und 30 Mio. Euro (Vorjahreswert: 30,4 Mio. Euro). „Weil wir im ersten Halbjahr ein ordentliches Tempo vorgelegt haben, konnten wir dennoch im Neunmonatszeitraum ein Umsatzplus von 1,2 Prozent und ein operatives Ergebnis von 12,4 Mio. Euro erzielen“, argumentiert Hermelink.

Das Wachstum soll noch stärker ausfallen, wenn man das Geschäft des österreichischen Multichannel-Händlers Wein & Co. dazu rechnet, der zum Oktober 2018 übernommen wurde. Dank Wein & Co. kalkuliert die Hawesko-Gruppe mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent. Weil dann aber auch Integrationskosten anfallen, rechnet der Konzern so nur mit einem EBIT von 25 bis 27 Mio. Euro.

Der Hawesko-Konzern bedient Kunden über den stationären Einzelhandel (Jacques‘ Weindepot) und ist im Großhandel tätig. Über den Versandhandel verkauft die Gruppe zudem noch über verschiedene Marken wie Hawesko sowie Carl Tesdorpf, Wein & Vinos und Wine Company (*vor Bildung einer außerordentlichen Rückstellung von 1,0 Mio. Euro für Drohverluste bei einer Tochtergesellschaft).

PS: Verpassen Sie keine Beiträge mehr! Jeden Freitag liefert Ihnen unser Info-Service alle Nachrichten, Analysen und Insider-Infos der Woche kostenlos in Ihr Postfach. 4.474 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel nutzen dieses Angebot schon, um up-to-date zu bleiben. Jetzt hier anmelden:

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung. Die Einwilligung lässt sich jederzeit widerrufen. *Pflichtfeld

Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr