„Lang anhaltender Sommer“: Hawesko korrigiert Jahresprognose

Der warme Sommer hat in diesem Jahr auch das Geschäft der Hawesko-Gruppe geprägt. Aus diesem Grund passt der Hamburger Handelskonzern nun ebenfalls seine Jahresprognose für 2018 an. Konkret erwartet der Hawesko-Vorstand nur noch, seinen Umsatz zum Vorjahr um 2,5 Prozent zu steigern und ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) zwischen 28 Mio. und 30 Mio. Euro erreichen zu können.

Hawesko
Hawesko korrigiert die Prognose für das Jahr 2018 (Bild: Hawesko)

Zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der Hawesko-Konzern über alle Vertriebssparten einen Netto-Umsatz von insgesamt 507 Mio. Euro erwirtschaften und dabei ein EBIT von 30,4 Mio. Euro erzielen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 hatte die Wein-Handelsgruppe zunächst wiederum mit einem Umsatz-Wachstum von drei Prozent gerechnet sowie mit einem EBIT zwischen 32 und 33 Mio. Euro kalkuliert. Diese Prognose hat Hawesko jetzt nach unten korrigiert, weil das Wetter nicht mitgespielt hat.

Nach eigenen Angaben fielen die Umsätze im dritten Quartal 2018 geringer aus als erwartet, was man mit dem „langen und heißen Sommer“ begründet.

Konkret haben sich im dritten Quartal 2018 die Netto-Umsätze von zuvor 110,7 Mio. Euro auf 108,4 Mio. Euro reduziert, wie der Hawesko-Konzern auf Basis von vorläufigen Zahlen berichtet. Wegen des heißen Sommers sei die Nachfrage nach günstigen Weiß- und Roséweinen gestiegen, die zudem weniger Marge haben. Dieser Trend habe das Quartalsergebnis negativ beeinflusst. Obendrein habe der Vorstand nun Kenntnis von einem Rückstellungsbedarf von 1 Mio. Euro für einen drohenden Verlust mit einem Betrugsfall bei der Tochter „Gebrüder Josef und Matthäus Ziegler GmbH“ erlangt. Das EBIT des dritten Quartals 2018 werde den Vorjahreswert von 4,1 Mio. Euro nicht erreichen, sei aber positiv.

Wegen einem „langen und außergewöhnlich heißen Sommer“ hatte bereits Zalando seine Prognosen für 2018 nach unten korrigiert. Der Berliner Möbel-Versender Home24 berichtete zudem vor kurzem, dass außergewöhnlich hohe Temperaturen von April bis Juni 2018 zu einem deutlichen Rückgang der Möbelnachfrage in Kontinentaleuropa geführt hatten. Ein „ungewöhnlich heißes Wetter“ habe zudem zu einem „erheblichen Umsatz- und Ergebnisdruck“ bei der Ceconomy AG geführt, die unter anderem hinter den beiden auf Elektronik spezialisierten Vertriebsmarken Media-Markt und Saturn steht.

Der Hawesko-Konzern bedient Kunden über den stationären Einzelhandel („Jacques Weindepot„) und ist im Großhandel tätig. Über den Versandhandel verkauft die Gruppe zudem noch über verschiedene Marken wie Hawesko sowie Carl Tesdorpf, Wein & Vinos und Wine Company. Zum 01. Oktober wurde zudem der österreichische Wein-Händler Wein & Co übernommen, dessen Geschäft in der aktuellen Jahresprognose nicht berücksichtigt ist. Finale Zahlen für das dritte Quartal 2018 gibt es im November.

PS: Verpassen Sie keine Beiträge mehr! Jeden Freitag liefert Ihnen unser Info-Service alle Nachrichten, Analysen und Insider-Infos der Woche kostenlos in Ihr Postfach. 4.552 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel nutzen dieses Angebot schon, um up-to-date zu bleiben. Jetzt hier anmelden:

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung. Die Einwilligung lässt sich jederzeit widerrufen. *Pflichtfeld

Über Stephan Randler 2240 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

1 Kommentar zu „Lang anhaltender Sommer“: Hawesko korrigiert Jahresprognose

  1. Komischerweise ist das Wetter immer nur für unter den Erwartungen gebliebenen Umsätze verantwortlich.

    Läuft es besser als vorab geschätzt, ist natürlich stets die Genialität der Verantwortlichen und deren vorab getroffenen Maßnahmen verantwortlich.

Kommentare sind deaktiviert.