Thalia: Neue Bilanz, neue TV-Kampagne, neue Services

Die Thalia-Gruppe hat das gerade eben abgelaufene Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 30. September) mit einem Umsatz abgeschlossen, der nach eigenen Angaben „leicht über dem Vorjahresniveau“ liegt. Konkrete Zahlen nennt die Thalia Bücher GmbH zwar auch auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht.

Michael Busch
Michael Busch (Bild: Thalia)

Fest steht dafür, dass sich das Geschäft in den einzelnen Vertriebskanälen unterschiedlich entwickelt hat. So gab es länderübergreifend im stationären Einzelhandel flächenbereinigt ein Umsatzminus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was der Buchhändler unter anderem mit einer „rückläufigen Besucherfrequenz in Innenstadt- und Centerlagen“ begründet.

Den E-Commerce-Umsatz konnte die Gruppe „knapp zweistellig“ steigern. Ein Grund ist, dass Thalia hier von Website-Optimierungen profitieren konnte. Dazu hatte man in die Marke investiert – und damit auch in die Reichweite.

Um das Geschäft im laufenden Geschäftsjahr zu befeuern, sind gleich mehrere Maßnahmen geplant. So startet im November eine neue TV-Kampagne, mit der Thalia mehr Menschen für das Lesen begeistern will. Der TV-Spot setzt eine aktuelle Werbe-Kampagne fort. Hier wirbt Thalia bereits in Anzeigen mit Slogans wie „Die Welt hat mehr Geheimnisse, als Siri kennt“ (Sprach-Assistent auf dem Apple iPhone).

Neuerungen gibt es nun auch in den Filialen. Diese sollen zu „lebendigen Treffpunkten“ werden, um Menschen wieder vermehrt in die Innenstädte zu locken. Bereits heute können Verbraucher online Artikel bestellen und in einer Filiale ihrer Wahl abholen. Zusätzlich hat Thalia nun alle Buchhandlungen mit Tablet-PCs ausgestattet. Hierfür wurde eine App entwickelt, über die Kunden ihre Bücher direkt am Regal bei einem Mitarbeiter bezahlen können und daher nicht mehr zu einer Kasse gehen müssen.

Obendrein testet Thalia zudem eine Abholstation für Bestellungen, die Kunden auch nach Ladenschluss nutzen können. Hintergrund ist, dass jedes fünfte online bestellte Buch in der Buchhandlung abgeholt wird. Die Abholanlage funktioniert im Prinzip wie eine Packstation. Bei einer Online-Bestellung wählt der Kunde zunächst aus, dass die Ware in die Abholanlage zugestellt wird. Sobald dort die Ware vorliegt, kann der Kunde das Fach mit seinem Produkt öffnen. Dazu verschickt Thalia eine E-Mail mit einem Code, mit dem sich das Schließfach öffnen lässt. „Es ist strategisch richtig, unsere Vertriebskanäle immer enger miteinander zu verknüpfen“, argumentiert Thalia-CEO Michael Busch (siehe Foto).

Thalia Filiale
Neue „Verweilzone“ (Bild: Thalia)

Dennoch müsse der Buchhändler jetzt den nächsten Schritt gehen und zu einem „Content-, Service- und Erlebnis-Lieferant“ werden. Deshalb wurde ein neues Konzept für den Ladenbau entwickelt, das Thalia zunächst einmal in drei Filialen in Deutschland testet.

Das neue Store-Konzept unterscheidet sich von gängigen Thalia-Filialen unter anderem dadurch, dass es so genannte „Verweilzonen“ gibt, wo Tische und Stühle für Kunden eingerichtet wurden. Generell werden Waren vor Ort „luftiger“ präsentiert.

Thalia betreibt aktuell rund 270 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich. Dazu kommen über 30 Geschäfte in der Schweiz über eine 50-Prozent-Beteiligung an der Orell Füssli Thalia AG. In dem vergangenen Geschäftsjahr hatte die Gruppe mehrere Buchgeschäfte übernommen und die Online-Marke Buch.de beerdigt, um sich auf den Multichannel-Handel zu fokussieren. Laut den zuletzt veröffentlichten Zahlen konnte die Thalia Bücher GmbH im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Netto-Umsatz von 382,8 Mio. Euro erzielen und einen Jahresüberschuss von 9,8 Mio. Euro erwirtschaften.

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