SportScheck-Bilanz: Umsatz-Plus nur mit Konzerngeschäften

Vergangene Woche hatte die Otto-Gruppe bereits kurz vermeldet, dass bei SportScheck das Geschäft mehr oder weniger stagniert. Nun meldet sich die Otto-Tochter selbst zu Wort und verrät im Gespräch mit neuhandeln.de weitere Details zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 28. Februar).

Markus Rech
Markus Rech (Bild: SportScheck GmbH)

Demnach kann der Multichannel-Händler konkret einen Außenumsatz von 300 Mio. Euro netto verbuchen, der über Verkäufe an Kunden außerhalb der Otto-Gruppe erzielt wurde sowie konzerninterne Geschäfte enthält.

Zur Erinnerung: Seit zwei Jahren verfolgt SportScheck eine Plattform-Strategie, so dass nicht nur Dritte ihre Sortimente online im SportScheck-Shop anbieten dürfen. Auch Kunden können zum Beispiel bei Otto-Firmen wie dem Startup Aboutyou.de seitdem Ware bestellen, die von SportScheck geliefert wird. Im Außenumsatz sind auch solche Geschäfte berücksichtigt.

Vor einem Jahr lag der Vergleichswert bei 298 Mio. Euro netto. Je nach Sichtweise ergibt sich damit ein minimales Wachstum von gerade einmal einem Prozent oder lediglich eine Umsatzstagnation auf dem Vorjahresniveau. Wie sich das Geschäft außerhalb der Otto-Gruppe entwickelt hat, verrät SportScheck nicht. Nach Angaben der Mutter-Gesellschaft gab es hier im vergangenen Jahr aber einen Netto-Umsatz von 286 Mio. Euro, der damit „nahezu auf dem Vorjahresniveau“ von 291 Mio. Euro gelegen hat.

Generell konnte SportScheck seine Online-Umsätze steigern, während das Filialgeschäft nachgegeben hat. Demnach gab es beim Online-Handel ein Plus von 12,6 Prozent, wenn man die Geschäfte innerhalb der Otto-Gruppe berücksichtigt. Doch auch beim Online-Geschäft mit externen Kunden habe es ein Wachstum gegeben, wie SportScheck im Gespräch mit neuhandeln.de betont. Punkten konnte der Sport-Spezialist demnach damit, dass das Sortiment im Online-Shop ausgebaut wurde – unter anderem durch die Vernetzung mit anderen Händlern, die den SportScheck-Shop als Vertriebsplattform nutzen.

SportScheck Umsatz
Der Außenumsatz enthält Geschäft mit Konzernfirmen aus der Otto-Gruppe (Angaben in Mio. Euro)

Generell wurde der Fokus auf Schuhe und Equipment gelegt, während das Geschäft mit Textilien zurück gefahren wurde. Durch eine bessere Sortimentierung wurde das Angebot attraktiver und die Verfügbarkeit von Bestsellern erhöht. Der Web-Shop wurde neu gestaltet und eine App programmiert.

Vor Ort gab es dennoch einen flächenbereinigten Umsatz-Rückgang um ein Prozent (ohne das Geschäft der Anfang 2017 geschlossenen Filiale in Essen, die im Vorjahr noch zum Geschäft beigetragen hat).

„Nach dem Online-Segment muss nun auch das Filialgeschäft wieder in die Rentabilität und zum Wachstum geführt werden“, weiß SportScheck-Geschäftsführer Markus Rech (siehe Foto). Um diese Ziele zu erreichen, will SportScheck seine Filialen modernisieren. Dazu qualifiziere man Mitarbeiter weiter, um so ihre Verkaufsleistung zu steigern. Um Kosten zu senken, spricht SportScheck mit Mitarbeitern zudem über flexiblere Arbeitszeiten und einen freiwilligen Mitarbeiterabbau.

Wie sich das Ergebnis über alle Verkaufskanäle entwickelt hat, beziffert SportScheck nicht. Generell habe sich das Ergebnis aber „positiv entwickelt“, das vergangene Geschäftsjahr 2017/2018 wurde dennoch mit einem Verlust abgeschlossen. Um Kunden insgesamt besser abzuholen, will sich SportScheck vom reinen Handelsgeschäft verabschieden und als „Treffpunkt für das Erlebnis Sport“ positionieren, wobei das Handelsgeschäft nicht mehr die zentrale Rolle von heute einnehmen soll.

Hintergrund für den Strategie-Wechsel ist, dass SportScheck allein durch den klassischen Handel nur schwer Vorteile für Konsumenten gegenüber Wettbewerbern wie Amazon bieten könne. Schließlich seien hier die Kunden bereits eine große Auswahl und schnelle Lieferungen gewohnt. Sinnvoller sei daher, eine zentrale Online-Plattform für Sport-Interessierte zu bieten – auch wenn man dann alternative Erlösquellen braucht. Ein Ansatz ist daher, vermehrt eigene Events wie SportScheck-Stadtläufe durchzuführen. Hier könne die Otto-Tochter an Startgebühren und Sponsorings verdienen.

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