Schwarze Zahlen: Westwing steigert Umsatz und ist profitabel

Der Münchner Shopping-Club Westwing hat im vergangenen Geschäftsjahr 2018 einen Netto-Umsatz von 254 Mio. Euro geschafft, der über Verkäufe an Kunden in Deutschland und zehn weiteren Ländern in Europa erreicht worden ist. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Spezialist für Möbel, Accessoires und Lifestyle-Artikel seinen Umsatz damit um 15,6 Prozent erhöhen (Vorjahreswert: 220 Mio. Euro).

Delia Fischer
Delia Fischer (Bild: Westwing Group AG)

Für das zweistellige Wachstum nennt Westwing mehrere Gründe. So wurde zum Beispiel im Geschäftsjahr 2018 der Online-Ableger „Westwing Now“ in den drei Ländermärkten Frankreich, Polen und Italien zusätzlich gestartet.

Dadurch bekommen nun auch erstmals Kunden in diesen Ländern – neben den wechselnden Aktionsangeboten im Shopping-Club – eine Auswahl an Artikeln, die ohne eine zeitliche Befristung erhältlich sind. Zur Erinnerung: „Westwing Now“ hatte der Shopping-Club erstmals 2015 in Deutschland gestartet, um so das Club-Angebot für Kunden sinnvoll zu ergänzen.

Im vergangenen Jahr hatte Westwing zudem sein Online-Angebot so überarbeitet, dass Kunden bei „Westwing Now“ nun passende Produkte zu den Artikeln empfohlen bekommen, die sich in ihrem Warenkorb befinden. Auch durch dieses neue Feature habe Westwing seine Einnahmen erhöhen können. Generell wären Westwing-Kunden zudem sehr loyal, weil der Shopping-Club über seine wechselnden Angebote die Kunden gut an sich binden könne. Vor diesem Hintergrund hat sich zum Beispiel der durchschnittliche Warenkorbwert im vergangenen Jahr von 114 auf 121 Euro erhöht. Die Zahl der aktiven Kunden ist wiederum 2018 um elf Prozent auf 0,9 Mio. Verbraucher angestiegen.

Verbessert hat sich auch das Ergebnis des Shopping-Clubs (angepasstes EBITDA ohne aktienbasierte Vergütungsaufwendungen). Hier steht ein profitables Ergebnis von drei Mio. Euro in den Büchern, nachdem es ein Jahr zuvor mit einem Wert von -4 Mio. Euro noch rote Zahlen gegeben hatte (siehe Tabelle unten). Beim Blick auf die Zahlen fällt auf, dass sich zum einen die Marge von zuvor 42,0 auf 42,7 Prozent verbessert hat. Das dürfte daran liegen, dass Westwing zunehmend Umsatz mit seinen Eigenmarken macht. Zum anderen sind allgemeine Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr gesunken, was Westwing in seinem Finanzbericht unter anderem mit Verbesserungen bei der Software begründet.

Westwing Umsatz
Die aktuellen Umsätze im Überblick (Tabelle: Westwing, vorläufige Zahlen)

Westwing wurde 2011 gegründet und ist in 11 Ländern aktiv. Im Angebot sind preisreduzierte Möbel, Accessoires und Textilien, die nur einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind oder solange der Vorrat reicht. Einsehen können die Angebote nur registrierte Mitglieder. Über „Westwing Now“ dagegen werden zusätzlich Bestseller angeboten, die öffentlich einsehbar und dauerhaft verfügbar sind.

Achtung: Die Zahlen sind vorläufig und ungeprüft, die endgültigen Werte gibt es Ende März. Im Vorjahr hatte der Netto-Umsatz ursprünglich 265,8 Mio. Euro betragen. Hier enthalten war allerdings auch das Geschäft in Brasilien, Russland und Kasachstan, von dem man sich im Jahr 2018 verabschiedet hat.

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Über Stephan Randler 2102 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr