Wie bei „Amazon Go“ in den USA: Rewe startet ersten kassenlosen Supermarkt

Anmelden, einkaufen, herausgehen: So läuft nun bei Rewe der Einkauf in einem Supermarkt in Köln, bei dem Verbraucher jetzt kassenlos einkaufen können. Denn in der Domstadt hat die Supermarkt-Kette einen bestehenden Markt technisch aufgerüstet, damit Verbraucher hier bequemer shoppen können.

Rewe Pick & Go
Der Check-in geht per App (Bild: Rewe)

Dafür brauchen Kunden aber ein Smartphone. Denn hier muss man zunächst die Rewe-App „Pick & Go“ installieren und ein Kundenkonto anlegen. Neben der Rechnungsanschrift wird hier auch das Zahlungsmittel hinterlegt, mit dem Verbraucher ihre Käufe später in dem kassenlosen Markt bezahlen können.

Mit der Rewe-App können Kunden beim kassenlosen Markt einchecken. Dazu muss man die Anwendung öffnen und einen QR-Code scannen lassen (siehe Foto links). Dieser ist mit dem eigenen Kundenkonto verknüpft, so dass sich die Person beim Check-in auch einem Nutzerkonto von Rewe zuordnen lässt.

Nach dem Scan öffnet sich eine Eingangsschranke und Kunden können mit dem Einkauf starten. Dieser läuft im Prinzip so ab, wie es Kunden auch von klassischen Supermärkten gewohnt sind. Das bedeutet: Verbraucher können einfach Artikel aus den Regalen nehmen und wahlweise in ihre Tasche oder den Einkaufswagen packen. Der einzige Unterschied zum regulären Einkauf ist, dass über Kamera- und Sensortechnik im Hintergrund die Einkäufe getrackt werden. Das läuft laut Rewe aber datensparsam.

Kameras und Sensoren zeichnen auf, was Kunden einpacken

„Das System erfasst jeden Nutzer als fortlaufende Nummer und dessen Skelettmerkmale“, verdeutlicht Anika Vooes, Projektleiterin für Research & Innovation bei Rewe Digital. „Jede Armbewegung beim Griff ins Regal wird als Aktion erkannt und bewertet: Greift die Kundin zu den Bananen oder stellt der Kunde einen Joghurt wieder zurück, all das wird erkannt.“ Eine Gesichtserkennung dagegen finde nicht statt.

Wenn Kunden alles beisammen haben, können sie den Laden einfach verlassen. Die Rechnung für den Einkauf folgt anschließend in der Rewe-App, über die der fällige Betrag auch abgerechnet wird. Damit bleibt Kunden nicht nur das lästige Schlangestehen an der Kasse erspart. Kunden müssen auch nicht mehr mühsam Artikel aus der Einkaufstasche kramen und auf das Kassenband legen, um zu bezahlen.

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Den kassenlosen Markt in Köln betreibt Rewe bereits seit diesem Frühjahr. Bislang konnten aber nur Mitarbeiter dort einkaufen. Die fünfmonatige Testphase ist nun beendet, seit dieser Woche steht der kassenlose Supermarkt allen Verbrauchern offen. Bei der Technik setzt Rewe auf den Anbieter Trigo Vision, der auf Computer-Vision-Technologie spezialisiert ist. Vor Ort gibt es aber weiter Mitarbeiter, die Kunden bei Fragen beraten. Wer zudem regulär einkaufen will, kann das auch weiterhin tun. Denn im Markt gibt es nach wie vor eine klassische Kasse für Kunden, die ohne Rewe-App im Geschäft shoppen.

Amazon verfolgt in den USA ein ähnliches Konzept

So ein zweigleisiges Konzept bietet Rewe nach eigenen Angaben jetzt als erster Händler im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. In den USA gibt es das dagegen schon länger. Denn in den Staaten betreibt Amazon bereits seit einigen Jahren kassenlose Supermärkte. Auch hier checken Kunden über eine Smartphone-App im Laden ein, wo die Käufe über Kameras und Sensoren erfasst werden. Danach können Nutzer ebenfalls den Markt verlassen, ohne zur Kasse zu müssen. Das ist auch der zentrale Vorteil so einer Lösung im Vergleich zu Self-Scan-Anwendungen, wie es sie etwa bei Rossmann gibt.

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Denn bei der Drogeriemarkt-Kette können Kunden im Laden zwar seit kurzem ihre Käufe mit dem Smartphone verbuchen, wenn sie Ware aus dem Regal nehmen und in ihre Tasche packen (siehe Video). Nutzer müssen aber trotzdem noch zu einer Kasse gehen, um dort ihren Einkauf zu bezahlen. Einfach gehen können Kunden nicht – bei Rewe nun dagegen schon. „Schneller, komfortabler und einfacher kann ein Einkaufsvorgang kaum sein“, schwärmt Rewe daher. Und das durchaus zu Recht.

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Über Stephan Randler 2933 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.