Online-Supermarkt im Fokus: Rewe gibt sein Marktplatz-Geschäft auf

Der Lebensmittel-Händler Rewe beerdigt seinen Online-Marktplatz. Entsprechende Medienberichte haben die Kölner auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt. Demnach wird der Online-Marktplatz voraussichtlich Ende Januar 2022 schließen. Als Hintergrund für diese Entscheidung nennt Rewe eine „aktualisierte Gewichtung“ in seiner Digitalisierungsstrategie, wie es gegenüber neuhandeln.de heißt.

Rewe Marktplatz
Rewe schließt seinen Marktplatz (Bild: Rewe)

Demnach will Rewe seinen Online-Fokus künftig darauf legen, bestehende Angebote wie den Liefer- und Abholservice von (frischen) Lebensmitteln zu optimieren. Dafür sollen im neuen Jahr auch zusätzlich solche Ressourcen genutzt werden, die durch das Marktplatz-Aus im Januar 2022 frei werden.

Gestartet wurde der Online-Marktplatz im Frühsommer 2017. Das Angebot sollte den Lieferservice von Rewe ergänzen, bei dem Verbraucher frische Lebensmittel im Internet bestellen können. Deshalb wurde dieses eigene Angebot an Supermarkt-Ware erweitert um Zusatzsortimente von Dritten.

So sollte das Online-Portal von Rewe zu einer „Anlaufstelle für alle Produkte rund um Lebensmittel, Küche und Haushalt“ ausgebaut werden. Der Online-Marktplatz bietet daher unter anderem Artikel wie Elektronik, Tierbedarf oder Kosmetik, die von Dritten stammen. Aktuell sind etwa 130 externe Händler mit 210.000 Produkten gelistet. Zum Vergleich: Auf dem Online-Marktplatz von Kaufland.de verkaufen aktuell über 7.000 Händler mehr als 25 Millionen Artikel. Hier können sich interessierte Händler aber von sich aus registrieren, wenn sie verkaufen wollen. Rewe dagegen sucht seine Partner selbst aus.

Abhol- und Lieferservice werden weiter angeboten

Bei Produkten von Drittanbietern sehen Kunden bei Rewe immer, von welchem Anbieter jeweils die Ware stammt. Angebote von Partnern wie Butlers oder Alternate werden im Online-Shop von Rewe zudem unter dem Menüpunkt „Marktplatz“ geführt. Damit trennt Rewe dieses Zusatzangebot deutlich von dem Supermarkt-Sortiment, das im Online-Shop unter dem Punkt „Lieferservice“ angeboten wird.

Dieser ist aktuell in Deutschland an mehr als 75 Städten verfügbar, die Lieferungen werden direkt von Rewe zugestellt in einem fest definierten Zeitfenster. Der Mindestbestellwert liegt hier bei 50 Euro, die Liefergebühr beträgt bis zu 5,90 Euro. Bei den Partner-Angeboten auf dem Online-Marktplatz gibt es dagegen keinen Mindestbestellwert, die Versandkosten variieren je nach Angebot. Zugestellt wird die Ware auch nicht von Rewe direkt, sondern bundesweit durch Paket-Dienstleister. Wer ein Kundenkonto bei Rewe hat, kann damit zwar sowohl den Lieferservice nutzen als auch den Marktplatz. Doch einen gemeinsamen Warenkorb für beide Angebote gibt es nicht. Das wirkt nicht kundenfreundlich. Doch Rewe erklärt, dass gerade wegen des Kundenfeedbacks diese Services im Online-Shop getrennt sind.

Neben einem Lieferservice von Lebensmitteln bietet Rewe in seinem Online-Shop auch noch einen „Abholservice“ an. Hier können Kunden ihren Wocheneinkauf online ohne einen Mindestbestellwert zusammen stellen und danach fertig kommissioniert in einem Rewe-Markt abholen. Dieses Angebot bleibt – wie der Lieferservice ja ebenfalls – auch dann bestehen, wenn der Marktplatz beerdigt wird.

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Über Stephan Randler 2912 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.