Relaunch von „Otto Up“: Kunden dürfen jetzt Punkte sammeln, wenn sie kaufen

Online-Händler Otto hat sein Kundenprogramm „Otto Up“ runderneuert. Dieses wurde ursprünglich schon vor vier Jahren eingeführt und bereits vor einem Jahr überarbeitet. Damals konnte mich der Relaunch aber nicht überzeugen. Jetzt dagegen hat Otto sein Kundenprogramm deutlich verschlankt. Dadurch ist „Otto Up“ viel übersichtlicher – auch wenn das Programm nach wie vor Schwächen hat.

Otto Up
Otto Up wurde erneuert (Bild: Screenshot)

Doch zunächst muss man festhalten, dass sich am Kundenprogramm nichts Grundlegendes verändert hat. Denn nach wie vor ist „Otto Up“ zweigeteilt. Basis ist daher auch nach dem erneuten Relaunch eine kostenlose Version des Programms, zusätzlich lässt sich ein kostenpflichtiges Upgrade buchen.

Dieses heißt „Up Plus“ und kostet jährlich 9,90 Euro. Dafür erhalten Kunden für einen Zeitraum von zwölf Monaten eine Liefer-Flatrate. Wer daher bei Otto.de bestellt, zahlt keine Versandkosten mehr. Und nach einem Jahr endet das Upgrade automatisch, ohne dass es dazu einer Kündigung bedarf.

Geändert hat sich an diesen Konditionen nichts. Denn für 9,90 Euro im Jahr konnten Kunden auch schon zuvor die Versandkosten-Flatrate bestellen. Und wer mehr als viermal im Jahr bei Otto bestellt, hat die Kosten wieder drin. Denn regulär berechnet Otto ein Porto von 2,95 Euro pro Bestellung.

Liefer-Flatrate weiter mit Einschränkungen

Doch ein Haken bleibt. Denn Versandkosten sparen kann man leider nach wie vor nur bei Artikeln, die Otto selbst verkauft. Wer bei einem Marktplatz-Partner bestellt, zahlt weiter Porto-Gebühren. Das ist alleine schon deshalb problematisch, weil Otto zu einem Online-Marktplatz wird und bei Otto.de deswegen immer mehr Artikel durch externe Verkäufer angeboten werden. Richtig kundenfreundlich wäre die Liefer-Flatrate also nur, wenn sie einmal uneingeschränkt bei allen Käufen gelten würde.

Beim kostenpflichtigen Upgrade sollte Otto also erneut nachbessern. Bei der kostenlosen Basis-Version dagegen hat sich bereits viel getan. Denn hier gab es zuvor unter anderem einen Bonus von einem Euro, wenn Kunden eine Produktbewertung geschrieben haben. Zudem wurden einzelne Waren als so genannte „Up Heroes“ angepriesen, ohne dass sich der Sinn dahinter wirklich offenbart hat. Denn bei diesen Artikeln sollte es sich um „exklusive Produkt-Highlights“ für Up-Nutzer handeln. Vorteile wie Vergünstigungen gab es aber nicht. Folgerichtig also, dass die „Up Heroes“ nun gestrichen wurden.

Otto Up Vorteile
Vorteile vom runderneuerten Programm „Otto Up“ im Überblick (Tabelle: Otto)

Im Gegenzug können Nutzer dafür nun Punkte sammeln. Für jeden vollen Euro Umsatz erhalten Nutzer daher jetzt einen Punkt. Auch für eine Bewertung gibt es nun Punkte, wenn Kunden das entsprechende Produkt bei Otto.de gekauft haben – genau genommen 50 Stück pro Review. Die Punkte lassen sich in Gutscheine eintauschen, die Kunden wiederum bei einem Einkauf einlösen können. Für 250 Punkte gibt es einen Gutschein von fünf Euro. Ein Punkt hat damit umgerechnet also einen Wert von zwei Cent.

Wirklich spannend ist das Punktesystem zwar nicht. Gut vorstellbar aber, dass es manche Verbraucher durchaus an Otto bindet. Wer schließlich viel bei Otto.de kauft, kann anschließend auch viele Punkte einlösen. Leider aber offenbart das Programm ausgerechnet hier wieder Schwächen. Denn Punkte sammeln und einlösen kann man auch wieder nur bei Artikeln, die direkt von Otto angeboten werden.

Kunden sind jetzt nicht mehr automatisch dabei

Produkte von externen Händlern sind damit außen vor, was bei einem Online-Marktplatz letztlich ein Armutszeugnis ist. Otto gelobt auf Nachfrage von neuhandeln.de aber Besserung und stellt in Aussicht, das Treueprogramm „Otto Up“ langfristig auch auf weitere Online-Händler bei Otto.de zu erweitern.

Bei dieser Gelegenheit kann Otto gleich die Teilnahmebedingungen optimieren. Denn früher war jeder Kunde automatisch bei der kostenlosen Basis-Version dabei, sobald ein Kundenkonto angelegt wurde. Jetzt dagegen müssen sich Kunden extra für das Kundenprogramm anmelden. Sonst können Kunden zwar auch nach Belieben online Artikel kaufen und bewerten. Punkte gibt es dann dafür aber nicht.

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Über Stephan Randler 3071 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.