„Vielen Dank für Ihre Treue“: Real.de schließt Online-Shop für Lebensmittel

Schneller als gedacht hat Real den Stecker bei seinem Online-Supermarkt gezogen. So ist der Online-Shop für frische Lebensmittel bereits jetzt nicht mehr erreichbar. Zwar wird der Lebensmittel-Shop nach wie vor online im Shop-Menü beworben, wenn Verbraucher die Internetseite Real.de aufrufen.

Real Online-Shop
Real liefert keine frische Ware mehr (Screenshot)

Wer dann aber frische Lebensmittel im Internet bestellen will, bekommt statt einer Auswahl an gekühlten Produkten nur noch warme Worte („Vielen Dank für Ihre Treue“). Bereits getätigte und noch offene Bestellungen sollen nach Angaben von Real aber „wie gewohnt“ bearbeitet werden.

Leser von neuhandeln.de dürfte das nicht sehr überraschen. Denn im August hatte Real angekündigt, seinen Online-Shop für frische Lebensmittel mit dem aktuellen Geschäftsjahr 2019/20 einzustellen, das am 30. September 2020 zu Ende geht. Nun ist sogar schon ein paar Tage eher Schicht im Schacht.

Dabei hatte Real vor drei Jahren noch ehrgeizige eFood-Pläne. Denn damals war nicht weniger geplant als gleich ein bundesweiter Lieferdienst für frische Lebensmittel. Doch nun begräbt Real sein eFood-Angebot, weil das Angebot zum einen von den Kunden „nicht im erforderlichen Maße nachgefragt“ wurde. Zum anderen habe der Online-Supermarkt nicht die notwendige Profitabilität aufgewiesen.

Keine Auswirkungen hat das Aus aktuell auf den Online-Marktplatz von Real, über den ein Universal-Sortiment angeboten wird. Statt frischen Lebensmitteln gibt es hier Produkte rund um Mode, Technik und Haushaltswaren. Diese Artikel stammen zudem nicht nur von Real selbst. Produkte werden auch von Online-Händlern wie etwa Technik-Günstiger.de angeboten, die ihre Ware bei Real.de verkaufen.

Keine Auswirkungen auf den Online-Marktplatz von Real.de

Allerdings dürfte sich auch der Online-Marktplatz demnächst verändern. So übernimmt das aktuelle Online-Angebot Real.de ja die Schwarz-Gruppe, die das E-Commerce-Portal perspektivisch einmal unter dem Namen ihrer Vertriebslinie Kaufland betreiben will. Denn die Handelskette Real wurde von der bisherigen Konzern-Mutter Metro verkauft – und für das Digital-Geschäft von Real interessiert sich die Schwarz-Gruppe, zu der die Lebensmittelhändler Kaufland (Vollsortiment) und Lidl (Discounter) gehören. Mit der Übernahme von Real.de will die Gruppe ihr Offline-Geschäft nun online erweitern.

Beliefert mit frischen Lebensmitteln wurden Real-Kunden zuletzt in einem guten Dutzend Städten und Regionen in Deutschland. In drei Städten konnten Kunden zudem Lebensmittel online bestellen und danach im Markt abholen („Click & Collect“). Auch das wird jetzt Verbrauchern nicht mehr angeboten.

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Über Stephan Randler 2652 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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