„Große strategische Chance“: Raja will Viking und Office Depot Europa kaufen

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Die Raja-Gruppe steht vor der nächsten Übernahme. Konkret interessiert sich der B2B-Konzern für den Büro-Ausstatter Office Depot Europa, zu dem auch die Tochter-Gesellschaft Viking gehört. Diese zwei Spezialisten für Bürobedarf hatte erst vor vier Jahren die Investmentgesellschaft Aurelius übernommen, mit der wiederum die Raja-Gruppe jetzt einen Kauf vereinbart hat. Der Deal muss zwar kartellrechtlich noch genehmigt werden, die Transaktion soll allerdings im vierten Quartal 2021 über die Bühne gehen.

Daniele Kapel-Marcovici
Danièle Kapel-Marcovici (Bild: Raja-Gruppe)

„Diese Übernahme ist eine große strategische Chance, um unsere Positionen zu stärken“, freut sich bereits jetzt Danièle Kapel-Marcovici (siehe Foto links), die den Raja-Konzern mit Hauptsitz in Frankreich als Chief Executive Officer (CEO) führt. „Die Übernahme passt perfekt zu unserer strategischen Vision.“

Mit der Übernahme will der B2B-Konzern nämlich seinen Umsatz steigern, den Kundenstamm erweitern und das Angebot weiter diversifizieren. Aus diesen Gründen hatte die Raja-Gruppe ja schon vor zwei Jahren gleich vier B2B-Versender von Staples Solutions übernommen.

Seitdem zählen zur Gruppe die B2B-Versender JPG (Frankreich), Mondoffice (Italien) und Kalamazoo (Spanien), die jeweils im B2B-Handel mit Büromaterialien und Möbeln mitmischen. Neu zum Portfolio gehört seitdem auch der B2B-Shop Bernard (Frankreich), der auf Hygieneprodukte spezialisiert ist. Mit Viking und Office Depot Europa möchte die Raja-Gruppe ihr Geschäft mit Bürobedarf weiter ausbauen.

Viking soll alleinige Vertriebsmarke werden

Denn an sich ist der Konzern auf das B2B-Geschäft mit Verpackungen spezialisiert. Dieses Sortiment finden Geschäftskunden zum Beispiel bei der deutschen Firmen-Tochter Raja Deutschland. Um neue Märkte zu erschließen und die Präsenz in Europa auszubauen, hatte der Konzern vor einigen Jahren bereits den Betriebsausstatter Udo Bär übernommen und den Ladenausstatter Morplan aufgekauft.

Office Depot Europa ist aktuell in acht Ländern aktiv (UK, Irland, Holland und Belgien plus Luxemburg und DACH-Region). Hier verkauft die Gruppe über die Händler-Marke Viking an kleinere B2B-Kunden und Privatpersonen, während Office Depot Europa auf das Vertragsgeschäft mit großen Business-Kunden spezialisiert ist. Langfristig will man aber nur noch mit der Händler-Marke Viking verkaufen, momentan werden bereits B2B-Kunden von Office Depot Europa zu der Zweitmarke Viking migriert.

Das passt zur wechselvollen Geschichte von Office Depot Europa. Denn vor vier Jahren war die Gruppe mit ihren beiden Marken noch in 14 europäischen Ländern aktiv, als Aurelius das Europa-Geschäft von Office Depot in den USA übernommen hatte. Seitdem wurden Aktivitäten von Office Depot Europa in Süd-, Ost- und Nordeuropa veräußert. Gleichzeitig lag der Fokus darauf, das Online-Geschäft von Viking in den verbleibenden acht Märkten auszubauen. Hier kommt Office Depot Europa auf 1.500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von insgesamt 500 Mio. Euro netto. Alle Mitarbeiter werden vom Raja-Konzern übernommen, der zuletzt auf einen europaweiten Jahresumsatz von 1,02 Mrd. Euro gekommen war.

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Über Stephan Randler 2913 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.