Paketkästen: Die zentralen Vor- und Nachteile im Überblick

Erst kamen die Packstationen, jetzt folgen die Paketkästen: Laut der Tageszeitung „Die Welt“ will die Deutsche Post DHL ab Mai ihre XXL-Briefkästen für Pakete bundesweit verkaufen. Demnach wolle man die Paketkästen bundesweit anbieten, weil die beiden Pilotprojekte in Ingolstadt und Bonn erfolgreich verlaufen sind und es außerdem „eine sehr hohe Nachfrage aus dem gesamten Bundesgebiet“ gebe.Paketkästen

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Für Verbraucher haben die Paketkästen vor der Haustür zwei zentrale Vorteile: Zum einen können Nutzer keine Pakete mehr verpassen: Falls niemand zu Hause ist, deponiert der Zusteller einfach die Ware im Paketkasten. Damit vermeidet man auch, dass Pakete beim Nachbarn oder in einer Filiale zwischengelagert werden und Kunden sie dort abholen müssen.

Zum anderen können sich Verbraucher bequem von lästigen Retouren befreien, indem sie die Ware ebenfalls in einen Paketkasten legen und dort vom Zusteller abholen lassen. Damit nichts anbrennt, kann ein Paketkasten nur vom Besitzer und dem Zusteller mit einem so genannten „Schlüssel-Chip“ geöffnet werden.

Vor diesem Hintergrund ist durchaus vorstellbar, dass sich Verbraucher für die Paketkästen interessieren. Der ganz große Durchbruch dürfte aber wohl noch auf sich warten lassen, denn neben unbestreitbaren Vorteile gibt es auch einige deutliche Nachteile bei dem Verfahren:

  • Nutzer müssen die Paketkästen selbst kaufen:
    Wer eine Box will, muss dafür mindestens 99 Euro in der einfachsten Variante zahlen.
  • Paketkästen eignen sich nur für bestimmte Immobilien:
    Die aktuellen Kästen lassen sich an der Hauswand oder freistehend im Vorgarten montieren. Das ist ideal für Einfamilienhäuser. Eine Lösung fehlt momentan aber noch für größere Wohnanlagen, so dass auch Bewohner aus dem achten Stock von einem Paketkasten profitieren können.
  • Vielbesteller müssen aufpassen:
    Auch ein Paketkasten hat ein begrenztes Volumen und selbst die XL-Variante mit 166 Litern Fassungsvermögen kann schnell voll werden, wenn Kunden oft online bestellen und mehrere große Pakete in kurzer Zeit ankommen. In diesem Fall entscheidet der Zusteller, ob eine Sendung an eine alternative Adresse zugestellt oder in eine Filiale umgeleitet wird. Gewonnen hat der Kunde in diesem Fall dann nichts.
  • Ein Paketkasten alleine reicht noch nicht:
    In den Paketkästen von DHL lassen sich nur Sendungen deponieren und abholen, die auch von DHL zugestellt werden. Damit kann das Angebot das Problem der Kunden von vornherein nur bedingt lösen, da beispielsweise Sendungen von Hermes nicht in den Paketkästen abgeliefert werden. Der Kunde müsste also streng genommen, von jedem Zusteller einen Paketkasten nutzen, um künftig auch ganz sicher keine Sendungen mehr zu verpassen.

Ob die Paketkästen vor diesem Hintergrund wirklich zukunftsfähig sind? Für DHL schon. Denn der Zusteller kann seinen Aufwand wahrscheinlich deutlich reduzieren, wenn künftig jedes Paket direkt beim ersten Versuch zugestellt wird – beispielsweise in einem Paketkasten.

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Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr