Weil der Kleber nicht hält: Otto verschiebt Live-Test mit Bio-Versandtaschen

In dem vergangenen September hatte Otto.de ein interessantes Logistik-Projekt angekündigt. Schließlich hatten die Hanseaten vor, ausgewählte Bestellungen in kompostierbaren Versandtaschen an die Kunden zu versenden. Dabei wollte Otto zum einen herausfinden, wie Kunden die Alternative zu den herkömmlichen Plastiktüten annehmen. Zum anderen sollte der Pilot-Test aber auch aufzeigen, ob und wie sich diese Öko-Alternative denn in bestehende Logistik-Prozesse integrieren lässt. So lautete damals zumindest der Plan.

Otto Traceless
So sieht die Bio-Tasche aus (Bild: Otto)

Denn umgesetzt wurde das Pilotprojekt bislang noch nicht. Bei einem internen Vorabtest wurde nämlich deutlich, dass sich die Bio-Versandtaschen nicht fest genug verschließen lassen, um darin die Ware zum Kunden zu transportieren.

Um die Öko-Taschen zu schließen, muss man ein Abdeckpapier am Umschlag abziehen und eine Umschlagklappe zudrücken – wie es bei Versandtaschen an sich ja üblich ist. Im Gegensatz zu regulären Verpackungen kommt bei der Öko-Tasche aber ein biologisch abbaubarer Klebstoff zum Einsatz. Doch der Kleber hat bei den Vorabtests die Öko-Taschen einfach nicht stark genug verschlossen.

Der geplante Live-Test wurde deswegen verschoben. Nachvollziehbar: Wenn die Bio-Taschen nicht richtig schließen, kann man darin ja auch keine Ware transportieren. Im nächsten Jahr wollen Traceless und Otto trotzdem wieder testbereit sein. Erprobt wird bis dahin unter anderem, ob sich die Öko-Taschen mit einem anderen Klebstoff besser schließen lassen. Generell bestehen die Taschen aus einem Verbundmaterial aus Graspapier und einem biobasierten Plastikersatz, der von Traceless aus Pflanzenabfall hergestellt wird.

Im nächsten Jahr soll wieder getestet werden

Beim Live-Test sollten 5.000 Bestellungen in kompostierbaren Versandtaschen verschickt werden. Dabei wollte Otto zufällig auswählen, welche Kunden ihre Bestellung in der neuen Verpackung erhalten. Generell verschicken wollte Otto solche Produkte in den neuen Taschen, die normalerweise in Plastiktüten an die Kunden gehen: also kleinere Artikel wie Staubsaugerbeutel oder Rasierklingen. Jede Tasche sollte zudem einen Fragebogen enthalten, um Feedback der Kunden einzusammeln. Herausfinden wollte Otto so zum Beispiel, ob Kunden die Verpackungen einfach öffnen können und ob die bestellten Artikel heil ankommen.

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