Online-Optiker Brille24.de testet zweites Offline-Konzept

Der Online-Optiker Brille24.de wagt sich erneut in den stationären Einzelhandel. Statt einer eigenen Filiale gibt es auch diesmal wieder eine Kooperation. So finden Verbraucher jetzt 20 Besteller aus dem Online-Sortiment in der Oldenburger Filiale des Textilhändlers Adler. Mit einem ähnlichen Shop-in-Shop-Konzept ist Brille24.de derzeit bereits in Rewe-Märkten aktiv, wobei sich die beiden Kooperationsmodelle bei näherem Hinsehen deutlich unterscheiden.

Brille24.de bei ReweBrille24.de bei Rewe: Viele Brillen, aber kein Ansprechpartner (Bild: Brille24.de)

Zur Erinnerung: In vier ausgewählten Rewe-Märkten können Verbraucher seit Anfang März an einem Stand von Brille24.de ausgewählte Musterbrillen anprobieren (siehe Foto). Durch die Präsenz in den Rewe-Märkten will der Online-Optiker neue Kundengruppen erreichen. Direkt kaufen kann man die Brillen vor Ort aber nicht. Es gibt für Interessenten dafür einen Gutschein für den Online-Shop, mit dem man fünf Euro beim Brillenkauf im Online-Shop sparen kann.

Als Marketing-Mittel mag die Kooperation mit Rewe ihren Zweck erfüllen, handfeste Vorteile für den Verbraucher bietet sie aber kaum. Das liegt mit daran, dass Interessenten vor Ort auf sich gestellt sind. So gibt es keinen Optiker oder Berater vor Ort, der ihnen bei Fragen helfen kann.

Anders sieht es nun bei der Kooperation mit Adler aus. Zwar kann man auch hier keine Brillen vor Ort kaufen und bekommt ebenfalls nur einen Einkaufsgutschein. Am Stand des Online-Optikers gibt es diesmal aber auch eine Mitarbeiterin aus dem Team von Brille24.de, die Interessenten an vier Tagen der Woche das Sortiment und die Services erklärt (siehe Foto).

Brille24.de bei AdlerBrille24.de bei Adler: Diesmal hilft ein Mitarbeiter weiter (Bild: Brille24.de)

Freitags ist zudem ein Optiker vor Ort, der die vorhandene Brille eines Kunden ausmessen kann. Mit diesen Werten sollen Verbraucher dann zu Hause ihre Brille bei Brille24 bestellen.

Wo bei der Kooperation mit Rewe vor allem das Marketing im Vordergrund steht, setzt Brille24 bei Adler auf Beratung und Service. Das könnte in der Tat dazu führen, dass Kunden die Scheu vor einem Online-Brillenkauf verlieren und Brille24.de vor allem die etwas ältere Zielgruppe der Adler-Modemärkte für sich begeistern kann. Wenn das funktioniert, will Brille24.de das Shop-in-Shop-Konzept in den kommenden Monaten in weiteren Adler-Märkten anbieten.

Ein bundesweiter Roll-Out ist auch nach wie vor beim Rewe-Modell denkbar. Anfang Juli gibt es weitere Gespräche mit dem Handelskonzern, danach wird über die weitere Vorgehensweise entschieden. Da aber vor Ort keine Mitarbeiter aushelfen, dürfte das Adler-Modell die bessere Variante sein. Durch einen eigenen Stand bei Rewe sollte zwar der Online-Optiker schnell bekannter werden. Ohne Hilfestellung beim Online-Einkauf ist gerade für weniger online-affine Kundengruppen die Hürde aber wohl immer noch zu hoch, um online eine Brille zu ordern.

Für das Adler-Modell braucht Brille24.de aber in jeder Filiale auch Personal. Das mit Abstand cleverste Multichannel-Modell im Brillenhandel fährt damit weiter Mister Spex, der mit 500 Partneroptikern kooperiert. Hier können Kunden einen Sehtest machen oder ihre bereits bei Mister Spex gekaufte Brille nachträglich anpassen lassen. Der Partner-Optiker bekommt dafür eine Vergütung, Kunden einen Ansprechpartner vor Ort und Mister Spex eine bundesweite Präsenz im stationären Einzelhandel – ohne dass Kosten für Personal oder Miete anfallen.

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Über Stephan Randler 2244 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

3 Kommentare zu Online-Optiker Brille24.de testet zweites Offline-Konzept

  1. Es bleibt spannend bei den Online-Optikern!
    Und noch spannender zu sehen, wann denn nun Fielmann beginnt diese als Konkurrenz anzusehen.
    Bisher scheinen sie dort die Entwicklungen ja recht gelassen zu verfolgen.
    Zu Recht – bei 3% Online-Kaufanteil im Markt? Ich fürchte: ja.

  2. Das ist für mich übrigens vielleicht der spannendste Aspekt bei dem Multichannel-Modell von Mister Spex: Denn der Online-Optiker bietet allen kleinen Fachgeschäften neue Perspektiven, die es im stationären Einzelhandel sonst alleine mit Apollo und Fielmann aufnehmen müssten.

  3. Dieses neue „Shop in Shop“ Konzept ist mir schon öfter aufgefallen. Wenn es weiter vergrößert wird ist es sehr wohl eine sehr interessante Kooperation bei der die andere ihr nachsehen haben könnten. Aber abwarten ..

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