Online-Marktplätze: So will Real.de gegenüber Amazon & Co. punkten

Bei der Supermarkt-Kette Real brummt das Online-Geschäft. So hat das E-Commerce-Geschäft in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017/2018 (Ende: 30. September) um rund 34 Prozent zugelegt. Mit einem Umsatzanteil von ca. zwei Prozent steckt das Online-Business aktuell zwar noch in der Nische. Nicht zuletzt über eine neue Marktplatz-Strategie soll Real.de aber weiter kräftig wachsen. Wie Real dabei im Wettbewerb mit Amazon und eBay punkten will, verrät Geschäftsführer Gerald Schönbucher von der Real Digital Services GmbH, die das Marktplatz-Geschäft verantwortet.

Gerald Schönbucher
Gerald Schönbucher (Bild: Real Digital)

neuhandeln.de: Wie entwickelt sich das Marktplatz-Business bei Real?

Gerald Schönbucher (40): „Zurzeit haben wir rund 5.000 Händler nach 4.000 aktiven Händlern vor einem Jahr, die über real.de verkaufen. Auch die Zahl unserer aktiven Endkunden entwickelt sich erfreulich. Die Zuwachsraten sind enorm und wir freuen uns über großen Zuspruch. Im aktuellen Geschäftsjahr liegen wir dadurch deutlich über unseren Planzahlen. Wir sind damit nicht nur die am schnellsten wachsende Online-Plattform in Deutschland. Sondern auch zuversichtlich, dass wir dieses Momentum halten können.“

neuhandeln.de: Und wie soll das gelingen im Wettbewerb mit Amazon und eBay?

Schönbucher: „Unsere Händler können die Art der Anbindung individuell bestimmen und sind auch bei der Gestaltung der Angebote frei, zum Beispiel was Lieferzeiten und Versandkosten angeht. Darüber hinaus investieren wir in eine Vielzahl unterschiedlicher Marketingkanäle, um Produkte der Marktplatz-Händler bestmöglich zu bewerben. Händler haben zudem die Möglichkeit, auf der Webseite und im Newsletter Werbeflächen zu buchen. In Kürze wird es zudem möglich sein, eigene Produkte innerhalb unserer Suchergebnisse zu platzieren. Händler wissen zwar von vornherein, dass Real ebenfalls seine Produkte auf dem Marktplatz anbietet. Aber bisher haben wir deshalb noch nichts negatives gehört.“

neuhandeln.de: Und wie wollen Sie bei Kunden punkten?

Schönbucher: „Als Marktplatz-Anbieter müssen wir natürlich dafür sorgen, dass sich Händler und Kunden gleichermaßen wohl fühlen und einen entsprechend guten Service erhalten. Bei mehr als 12 Millionen Produkten in über 5.000 Kategorien findet jeder Kunde das jeweils passende Produkt.“

neuhandeln.de: Ein großes Sortiment finden Kunden aber auch bei Amazon.

Schönbucher: „Bei uns können Kunden bei ihrem Online-Einkauf auf real.de aber auch Payback-Punkte sammeln und mit diesen bald bezahlen. Nicht zuletzt unterscheiden wir uns von Wettbewerbern mit einer sehr hohen Anzahl unterschiedlicher Bezahlmöglichkeiten. Das ist unseren Kunden wichtig.“

neuhandeln.de: Und das reicht langfristig im Wettbewerb der Marktplätze?

Schönbucher: „Unser Vorteil ist die Verzahnung von Online- und Offlinegeschäft, die auch in Zukunft weiter ausgebaut und gestärkt werden soll. Aktuell ist es für Marktplatz-Händler bereits möglich, Pakete auf Kundenwunsch in die über 280 Real-Märkte zu liefern. Auch Retouren sind schon in den Märkten möglich. Mit unserem Online-Bestellservice können Kunden zudem aus den Märkten heraus auf real.de bestellen. Die Bezahlung erfolgt dann ganz bequem an der Kasse im Markt.“

Die Supermarkt-Kette betreibt seit 2010 einen Online-Shop. 2017 wurde der Shop dann mit dem Online-Marktplatz Hitmeister.de verschmolzen. Seitdem betreibt Real einen offenen Online-Marktplatz, bei dem die einzelnen Händler für Kunden sichtbar sind. Das Einstellen von Artikeln ist für Händler kostenlos und unbegrenzt möglich, bei einem Verkauf wird eine Provision zwischen 6,5 und 12,5 Prozent berechnet. Ein Marketing-Paket ist in der Grundgebühr von 39,95 Euro/Monat (zzgl. MwSt.) automatisch dabei. Generell ist der Online-Marktplatz interessant, weil die Marke „Real“ ja für ein Vollsortiment steht („Einmal hin, alles drin“). So gesehen kann man bei Real.de an sich alles anbieten.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr