Neustart bei Haba: Jako-o offline – Eigenverwaltungsverfahren beendet

Seit wenigen Tagen ist der Online-Shop von Jako-o offline. Wer daher jetzt das entsprechende Shopping-Portal aus der Haba-Gruppe aufrufen will, kann auf der Website keine Produkte mehr kaufen. Stattdessen erfahren Verbraucher, dass der Online-Shop der Kindermarke geschlossen wurde („Jako-o sagt Tschüss!“).

Jako-o
Kindermode von Jako-o (Bild: Haba Familygroup)

Ganz verabschiedet sich Jako-o allerdings nicht. Denn ein kleines Sortiment an Jako-o-Produkten wurde in das Sortiment der Kernmarke Haba aufgenommen. Verbrauchern wird deshalb jetzt nahe gelegt, doch den Online-Shop von Haba aufzusuchen, wenn sie weiterhin noch Produkte von Jako-o bestellen wollen.

Dass die Kindermarke Jako-o eingestellt wird, hatte die Haba-Gruppe bereits im vergangenen August in Aussicht gestellt. Begründet wurde diese Entscheidung mit „langwierigen wirtschaftlichen Problemen“ bei dem Geschäftsbereich der Kindermarke Jako-o, wie es die Haba-Gruppe damals formuliert hatte.

Das Aus der Kindermarke kommt nun nach fast 40 Jahren. Denn mit Jako-o war die Haba-Gruppe bereits Ende der 1980er Jahre gestartet. Über Jako-o wurden seitdem Mode und ausgewählte Kindersachen für Babys und Kinder von null bis zehn Jahren vermarktet. Das Sortiment umfasste insbesondere Baby- und Kindermode als auch Spielzeug, Praktisches für den Familienalltag, Mitwachs-Möbel und Bastelideen. Bei Jako-o wurden prinzipiell sowohl Eigenentwicklungen als auch die Produkte anderer Marken angeboten.

Fokus auf zwei Marken

Mit Jako-o hatte Haba sein Geschäft um ein zusätzliches Standbein erweitert. Denn gegründet wurde die Gruppe bereits im Jahr 1938 mit den beiden Firmen, die man heute als Haba (Spielwaren und Spiele) und Haba Pro (Möbel für Kindertageseinrichtungen) kennt. Im vergangenen Sommer hatte die Gruppe daher auch angekündigt, sich wieder auf diese beiden Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Der Fokus auf das Geschäft der zwei Marken „Haba“ und „Haba Pro“ ist zudem Bestandteil vom Zukunftspakt 2030. Mit der Haba-Marke möchte man sich demnach auf Spielwaren und Spiele zur Entwicklungsförderung fokussieren, über die B2B-Sparte „Haba Pro“ weiter Möbel für Kindertagesstätten und Ganztagseinrichtungen anbieten.

Das Sanierungskonzept wurde Anfang Oktober 2023 dem Betriebsrat und den Beschäftigten der Haba-Gruppe vorgestellt. Einen Monat zuvor hatten sowohl die Haba Sales GmbH & Co. KG (AZ: IN 209/23) als auch die Haba Group B.V & Co. KG (IN 210/23) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Als Begründung hatte die Haba-Gruppe eine „angespannte wirtschaftliche Situation“ genannt. Das – für die Haba-Gruppe zuständige – Amtsgericht Coburg hatte daraufhin beide Anträge bewilligt und vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet. Zum Dezember 2023 hatten die Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begonnen. Mitte Dezember hatte die Haba-Gruppe dann erklärt, dass die Verhandlungen über das Sanierungskonzept erfolgreich abgeschlossen wurden.

Haba-Gruppe beendet Eigenverwaltungsverfahren

Die Gruppe hatte sich in diesem Zusammenhang zuversichtlich gezeigt, die Insolvenzverfahren zum März 2024 abschließen zu können. Dieses Ziel wurde nun planmäßig erreicht. Denn sowohl für die Haba Group B.V. & Co. KG als auch für die Haba Sales GmbH & Co. KG wurde mit Ablauf des 29. Februar 2024 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung aufgehoben. Zu diesem Termin wurde auch Jako-o geschlossen.

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