Neuer TV-Spot: Breuninger verschweigt, warum die Kunden kaufen sollten

Vor einem Jahr hatte Breuninger erstmals überhaupt im Fernsehen geworben, jetzt folgt die zweite TV-Kampagne. So ist ab sofort in der Schweiz, Deutschland und Österreich ein neuer TV-Spot zu sehen, der die Marken-Bekanntheit des Mode- und Lifestyle-Händlers steigern soll. Das dürfte Breuninger zwar mit der neuen TV-Kampagne gelingen. Wirklich überzeugen kann aber auch dieses Mal die Kampagne nicht.

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Optisch erinnert der neue Clip zunächst an seinen Vorgänger. So gibt es auch dieses Mal wieder bunte Bilder mit verschiedenen Models, die modische Outfits tragen. Dazu erscheint den gesamten Clip links unten das Logo von Breuninger, während am rechten Bildrand die Internet-Adresse des Online-Shops eingeblendet wird („Breuninger.com“). Das ist handwerklich gut gemacht, da so den gesamten TV-Spot lang einerseits die Marke präsentiert und andererseits der Online-Shop beworben wird (siehe Video).

Im weiteren Verlauf offenbart der Clip dann aber deutliche Schwächen. So wirbt eine Sprecherin im TV-Spot nach einigen Sekunden mit dem Satz: „Fashion- und Lifestyle-Shopping seit 1881“. Breuninger will damit wahrscheinlich Tradition und Qualität betonen – wenn es ein Unternehmen schon so lange gibt. Allerdings könnte der Zusatz „seit 1881“ abschreckend wirken auf potenzielle Kunden, die angesagte Mode suchen. Denn interpretieren könnte man die Jahreszahl auch so, dass es bei Breuninger eher altbackene Mode für ältere Kunden gibt – wobei die Stuttgarter nach eigenen Angaben mit „einer exklusiven Auswahl an Designer-Marken und Newcomer-Brands“ ja „Trendgespür“ beweisen wollen.

Im weiteren Verlauf fordert Breuninger im TV-Spot die Zuschauer auf: „Jetzt einfach online shoppen auf Breuninger.com“. So eine Handlungsaufforderung gehört in jeden guten TV-Spot. Schließlich kann man Kunden ruhig klar sagen, was sie nun als nächstes tun sollen – nämlich den Online-Shop aufsuchen und dort bestellen. Hier nämlich finden Kunden „die schönen Dinge des Lebens“, wie der Spot verspricht.

Beliebiger geht es allerdings kaum. Denn „die schönen Dinge des Lebens“ können praktisch alle Sachen sein – vom Städtetrip bis zum Restaurant-Besuch. Im Online-Shop fokussiert sich Breuninger aber auf Mode, Beauty und Accessoires. Warum allerdings Kunden nun zum Beispiel bekannte Fashion-Marken ausgerechnet bei Breuninger kaufen sollten und eben nicht bei Wettbewerbern wie Zalando, wird im Spot nicht verraten. Denn im Clip wird weder genannt, was Breuninger hier besser macht – noch was Kunden davon haben, wenn sie jetzt bei Breuninger bestellen. Unterm Strich fehlt für mich damit ein starkes Alleinstellungsmerkmal und der Mehrwert für den Kunden – was über Marketing-Versprechen wie „kostenlose Lieferung“, „beste Preise“ oder „exklusive Auswahl“ möglich wäre (sofern zutreffend).

Seinen Online-Shop betreibt Breuninger bislang für Kunden in Deutschland (Start: 2008) sowie noch für Verbraucher in Österreich (2017) und Kunden in der Schweiz (2019). Hier sind die Stuttgarter erst vor kurzem gestartet, weil sie nach eigenen Angaben immer mehr Anfragen von Verbrauchern aus der Alpenrepublik erhalten haben. Mit dem allerersten TV-Spot der Unternehmensgeschichte hatten die Stuttgarter im vergangenen Jahr das zehnjährige Jubiläum des deutschen Online-Shops gefeiert.

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Über Stephan Randler 2286 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr