Drei Gründe: Deshalb wächst AO.com in Deutschland und Holland weiter stark

Der britische Elektronik-Versender AO.com (eine Abkürzung für „Appliances Online“) wächst auf dem europäischen Festland munter weiter. Nach eigenen Angaben konnten die Briten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende: 31. März) einen Netto-Umsatz von 131,2 Mio. Euro erzielen, der mit Verkäufen an Kunden in Deutschland sowie Verbrauchern in den Niederlanden erwirtschaftet wurde.

AO.de Umsatz
AO wächst erneut stark (Grafik: AO.com)

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Festland-Umsätze dadurch um 54,8 Prozent gestiegen, nachdem die Briten zuvor in Deutschland und den Niederlanden erst auf einen Jahresumsatz von 84,7 Mio. Euro gekommen waren.

Interessant: AO konnte auf dem Festland nun erneut stark zulegen, obwohl weniger in Marketing investiert wurde. So haben die Briten in Deutschland und Holland die Marketing-Ausgaben um 1,4 Mio. Pfund auf nun 4,8 Mio. Pfund reduziert (Vorjahr: 6,2 Mio. Pfund). Das Geschäft befeuert haben daher nicht zuletzt drei weitere Maßnahmen im vergangenen Geschäftsjahr.

Wachsen konnten die Briten auf dem Festland nach eigenen Angaben zum einen dadurch, dass AO eine hohe Kundenzufriedenheit erreiche und Bestandskunden den Spezial-Versender weiter empfehlen würden. Neben Mundpropaganda spielen laut AO aber auch Online-Marktplätze eine wichtige Rolle.

So betreiben die Briten seit September 2017 in Deutschland auch einen Amazon-Shop, um dadurch ihre Marke bekannter zu machen und neue Kunden zu erreichen. In Deutschland wurde zudem das Angebot an Haushaltskleingeräten ausgebaut, der Holland-Shop um Unterhaltungselektronik ergänzt.

Verbessert hat sich neben dem Umsatz beim Festland-Geschäft auch der Brutto-Ertrag (Umsätze minus Warenausgaben). Hier haben sich die Verluste von zuvor -4,0 Mio. Pfund auf nun -2,8 Mio. Pfund reduziert, was die Briten unter anderem mit verbesserten Beziehungen zu Lieferanten begründen. Der operative Verlust hat sich dennoch leicht erhöht von zuvor -27,6 Mio. Pfund auf nun -27,8 Mio. Pfund.

AO.de Umsatz
Die aktuellen Kennzahlen von AO im Überblick (Tabelle: AO.com)

Zwar sind zum Vorjahr die Marketing-Ausgaben gesunken. Die Kosten für die Warenabgabe haben sich aber leicht erhöht von 4,0 auf 4,3 Mio. Pfund, weil für die neue Europa-Zentrale in Bergheim erstmals Kosten über ein volles Geschäftsjahr angefallen sind (Eröffnung: Herbst 2016). Dazu sind auch noch die Verwaltungskosten von 13,6 auf 16,4 Mio. Pfund gestiegen, weil mehr Angestellte für AO arbeiten.

Der Online-Pureplayer AO.com wurde 2000 gegründet und war bis Herbst 2014 nur in Großbritannien aktiv. Hierzulande war AO im Herbst 2014 gestartet, den holländischen Online-Shop gibt es dagegen erst seit März 2016. Wie sich die Festland-Umsätze auf die beiden Länder verteilen, verraten die Briten nicht. Der meiste Europa-Umsatz dürfte aber wohl über Verbraucher in Deutschland erzielt werden.

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