Nach verfehlter Sortimentspolitik: Butlers wächst das zweite Jahr in Folge

Die Kölner Multichannel-Marke Butlers hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Netto-Umsatz von 77 Mio. Euro abgeschlossen. Damit liegt das Geschäft zwar deutlich unter den Bestmarken vergangener Jahre, als Butlers deutlich dreistellige Millionenumsätze erreichen konnte. Nach dem Insolvenzantrag vor zwei Jahren hat Butlers nun aber sein Geschäft bereits das zweite Jahr in Folge ausbauen können.

Wilhelm Josten
Butlers-Chef Wilhelm Josten (Bild: Butlers)

Konkret hat Butlers seinen Gesamtumsatz über alle Vertriebskanäle um fünf Prozent gesteigert im Vergleich zum Vorjahr, in dem das Unternehmen auch schon flächenbereinigt um 3,6 Prozent zugelegt hatte.

Verbessert hat sich zudem das Ergebnis, so dass Butlers nun auch einen Gewinn nach Steuern erwirtschaften konnte. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 – also im Geschäftsjahr vor dem Insolvenzantrag – hatte Butlers bei einem Netto-Umsatz von damals 95,6 Mio. Euro einen Jahresfehlbetrag von -15,1 Mio. Euro hinnehmen müssen (siehe Grafik unten).

Dass sich nun das Geschäft so gut entwickelt, ist kein Zufall. Denn Butlers profitiert zunehmend von seiner neuen Sortimentsstrategie. Hier konzentriert sich das Unternehmen jetzt nämlich nach einer „verfehlten Sortimentspolitik“ seit 2017 wieder auf seine alten Stärken mit Produkten rund um den gedeckten Tisch, während zum Beispiel der Handel mit Möbeln heute nur noch eine Nebenrolle spielt.

Das Geschäft befeuert auch der Großhandel. Hier wurden im vergangenen Jahr bereits Kooperationen mit Kaufhof und C&A gestartet, wo Kunden seitdem Butlers-Artikel in den ersten Shop-in-Shop-Flächen finden. Solche Kooperationen sollen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden, da Produkte der Marke „Butlers“ das Sortiment solcher Kaufhäuser nach eigenen Angaben gut ergänzen können.

Zunehmend Umsatz macht Butlers zudem über Marktplätze und Vertriebsplattformen im Internet, wo Kunden seit dem vergangenen Jahr auch erstmals Butlers-Ware bei Karstadt finden. Damit sind schon Produkte der Kölner aktuell auf zwölf Marktplätzen präsent – unter anderem auch bei Amazon, eBay oder Otto. Von den aktuell 90 Filialen in der DACH-Region wurden zudem bereits 40 Stores erneuert. Hier setzt Butlers seitdem auf frischere Farben, luftigere Gänge und zusätzliche Angebote wie den „Mini Market“, in dem es Kreativ-Artikel gibt. Vor Ort zeigt Butlers zudem generell weniger Ware. Mit diesem Schritt und einem dunkleren Ladenbau will das Unternehmen die Wertigkeit seiner Waren betonen.

Butlers Umsatz
Der Butlers-Umsatz war in den Vorjahren gesunken (eigene Angaben in Mio. Euro)

Anfang 2017 hatte Butlers einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Denn zuvor hatten ein zunehmender Wettbewerbsdruck sowie nachlassende Frequenzen in Innenstädten als auch eine falsche Sortimentspolitik „zu einem Ertragsverlust“ geführt. Butlers wurde saniert, indem unter anderem die Filialen in Deutschland reduziert wurden. In der Zentrale in Köln wurden dazu Strukturen verschlankt. Neben 90 Filialen in der DACH-Region gibt es aktuell ca. 40 Franchise-Standorte in Europa.

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Über Stephan Randler 2130 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

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