Multishop-Strategien: Spreadshirt beerdigt ersten Online-Ableger

Nachdem sich erst der Verkaufssender Channel21 beim E-Commerce-Geschäft von seinem Multishop-Modell verabschiedet hat, ist nun auch der erste Online-Ableger von Spreadshirt bereits Geschichte. Vor kurzem geschlossen wurde demnach der Sub-Shop Yink, den Spreadshirt erst vor zweieinhalb Jahren gestartet hatte und B2B-Kunden mit Großbestellungen versorgen sollte. Diese konnten in dem Sub-Shop individuell bedruckte Textilien und Werbeartikel wie Kugelschreiber oder USB-Sticks kaufen.

Yink Spreadshirt
Offline: Bei Yink.com kann man nichts mehr kaufen (Bild: Screenshot)

Auf Nachfrage von neuhandeln.de begründet Spreadshirt das schnelle Aus des Sub-Shops damit, dass die Leipziger jetzt wieder „die Kernbereiche ihres Geschäfts stärken“ wollen.

Wichtig ist für den Mass-Customization-Spezialisten demnach vor allem das B2C-Geschäft mit Privatkunden, die bei Spreadshirt entweder Produkte mit eigenen Designs verzieren können oder Artikel mit Motiven von Designern in Auftrag geben können, die erst nach einer Bestellung produziert werden.

„In diesen Feldern konzentrieren wir unsere Arbeit und Investments auf Wachstum“, sagt Spreadshirt daher auch gegenüber neuhandeln.de.

Auf sich allein gestellt sind Großbesteller dennoch nicht. Zwar wird diese Zielgruppe nun nicht mehr über einen eigenen Online-Shop versorgt. Der Service wird aber unter der Bezeichnung „Spreadshirt Großbestellungen“ weiter im regulären Online-Shop Spreadshirt.de angeboten, wo Interessenten nun Angebote für Aufträge in großen Mengen (ab 100 Stück) anfordern können. Damit schließt sich der Kreis wieder. Denn vor dem Start des separaten Online-Shops „Yink.com“ hatte Spreadshirt seinen Service für Großkunden schon einmal einige Jahre über den zentralen Online-Shop Spreadshirt.de vermarktet.

Der separate Sub-Shop wurde dennoch im Dezember 2013 gestartet, weil Spreadshirt mit einem zusätzlichen Online-Portal seine Position als E-Commerce-Plattform für Großkunden stärken wollte.

Sub-Shop „Teamshirts“ passt besser zur Spreadshirt-Strategie

Zudem sahen die Leipziger damals ein großes internationales Marktpotenzial, das man über die B2B-Marke Yink erschließen wollte. In den Jahren zuvor habe sich zudem eine steigende Nachfrage bemerkbar gemacht. Wie sich das Geschäft entwickelt hat, will man zwar nicht verraten. Gut möglich aber, dass der Aufwand für den zusätzlichen Shop nicht im Verhältnis zu dem Umsatz stand.

Aus diesem Grund hat zumindest Channel21 gerade sein Multishop-Modell wieder verworfen. Hier war der Plan, erfolgreiche TV-Formate aus dem Verkaufsfernsehen über eigene Online-Auftritte ins Internet zu verlängern. So sollten Marken eine zusätzliche Sichtbarkeit im Internet erhalten. In der Praxis hat sich dann aber gezeigt, dass der Marketing-Aufwand für jeden separaten Shop zu groß ist.

Unter Teamshirts.de betreibt Spreadshirt seit Herbst 2014 einen weiteren Sub-Shop, der sich an Teams wie Sportmannschaften, Firmen oder Schulklassen richtet. Zwar gibt es im engeren Sinne auch hier Großbestellungen, wenn zum Beispiel eine Abiklasse ihr T-Shirt bei Spreadshirt produzieren lässt.

Im Gegensatz zum B2B-Portal Yink nutzen den Teamshirts-Shop aber Privatkunden, die individuelle Designs in Auftrag geben – ein Geschäft, wo Spreadshirt seine Stärken sieht und investieren will. Dazu passt dann, dass der Sub-Shop Teamshirts erst in diesem Frühjahr mit TV-Spots beworben wurde.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr