„Mietwochen“: MediaMarktSaturn-Gruppe zieht positive Zwischenbilanz

Vergangene Woche hatte ich bereits berichtet, dass der Otto-Versand mit der Entwicklung des kürzlich gestarteten Miet-Portals „Otto Now“ zufrieden ist. Auf Nachfrage von neuhandeln.de zieht nun auch die MediaMarktSaturn-Gruppe ein positives Zwischenfazit der hauseigenen Mietwochen, bei denen Kunden nun ebenfalls Elektronik erstmals ausleihen statt kaufen können. Das Feedback aus diesen Miet-Commerce-Projekten fällt bei den beiden Konkurrenten aber ein wenig unterschiedlich aus.

Mieten mit Media Markt
Bei Media-Markt kann man Ware nun mieten (Bild: Media-Saturn)

Demnach mieten Verbraucher bei Media-Markt bevorzugt Smartphones, Wearables oder XXL-TV-Geräte. Auch Virtual-Reality-Brillen werden häufig gemietet. „Das ist ein Indiz dafür, dass die Mietoption gerade für jene Kunden sehr attraktiv ist, die immer die neuesten Trendprodukte haben oder ausprobieren wollen“, argumentiert eine Sprecherin des Konzerns.

Bei „Otto Now“ geht es dagegen vergleichsweise bieder zu. Zwar kann man auch hier Smartphones und VR-Brillen leihen. Am meisten nachgefragt werden aber Kaffee-Vollautomaten sowie Fernseher und Fitness-Geräte. Auffällig ist hier, dass Kunden bevorzugt sperrige Großgeräte ausleihen.

Dieser Unterschied kommt aber nicht von ungefähr. Schließlich unterscheiden sich die Miet-Sortimente bei beiden Anbietern. So vermietet Media-Markt zum Beispiel gar keine Kaffee-Vollautomaten, da der Fokus nach eigenen Angaben auf „Technik-Gadgets“ liegt. Im Miet-Sortiment fehlen daher zum Beispiel auch Waschmaschinen oder Kühlschränke, die man prinzipiell ebenfalls bei Otto ausleihen kann.

Trotz der unterschiedlichen Sortimente berichten die Anbieter aber ähnliche Erfahrungen. „Das Mietangebot von Media-Markt kommt bei den Kunden sehr gut an“, berichtet eine Sprecherin des Konzerns. „Die Entwicklung verläuft absolut nach Plan und übertrifft bei einigen Produktkategorien sogar deutlich unsere Erwartungen.“ Auch Otto hatte erst vergangene Woche im Gespräch mit neuhandeln.de berichtet, dass es bei Verbrauchern eine große Bereitschaft zum Mieten gebe, die Kunden das Portal „Otto Now“ als positiv bewerten und man damit den Zeitgeist treffen würde.

„Mietraten als fair und transparent wahrgenommen“

In beiden Fällen scheinen die Miet-Angebote zudem Kunden anzulocken, denen es nicht in erster Linie um den Preis geht. Bei einer Mindestmietdauer von einem Monat (Media-Saturn) oder drei Monaten (Otto) zahlen Kunden bei einer Anschaffung zunächst zwar tatsächlich weniger als den regulären Verkaufspreis. Bei „Otto Now“ mieten Kunden dennoch nicht zwangsweise die teuersten Produkte, da ein Smartphone durchaus mehr kosten kann als ein Kaffee-Automat. Wichtiger als der Preis scheint Nutzern daher zu sein, die Ware möglichst bequem und ohne langfristige Verpflichtung zu erhalten.

Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Erfahrungswerten der MediaMarktSaturn-Gruppe. „Das Feedback der Kunden zeigt uns, dass die Mietraten als fair und transparent wahrgenommen werden“, bestätigt eine Sprecherin. Dabei sind die Raten alles andere als Schnäppchen. So kostet bei Media-Markt online ein Smartphone wie das Apple iPhone 7 Plus regulär zwar 1.009 Euro. Wer das Gerät aber nur einen Monat mietet, zahlt auch gleich 99 Euro – ohne dass er das Gerät im nächsten Monat vielleicht noch hat. Wer jeden Cent zweimal umdreht, dürfte sich daher kaum angesprochen fühlen.

Ihr Miet-Angebot hat die MediaMarktSaturn-Gruppe im Januar 2017 gestartet. Die Mindestmietdauer beträgt einen Monat. Für den Service kooperiert der Konzern mit dem Dienstleister Grover, die die Produkte verschickt und nach dem Mietende wieder aufbereitet. Kunden von Media-Markt bekommen dennoch immer nur Neuware, benutzte Produkte verleiht Grover über seine eigene Website.

Im Miet-Angebot von Media-Markt sind rund 500 Produkte, bei Otto aktuell etwa 140 Artikel. Diese muss man mindestens drei Monate ausleihen, während die Mindestmiete bei Media-Markt nur einen Monat beträgt. Wenn Otto die Geräte aufbereitet, werden sie erneut an Otto-Kunden vermietet. Sein Miet-Portal hatte Otto für Herbst 2016 angekündigt, aber erst zum Jahresende 2016 gestartet.

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