Neue Marketing-Strategie: MediaMarkt und Saturn werben künftig gemeinsam

Die MediaMarktSaturn-Gruppe geht beim Marketing neue Wege. Denn ab dem kommenden Jahr soll es für die beiden Vertriebslinien MediaMarkt und Saturn in Deutschland zum ersten Mal gemeinsame Promotions und Kampagnen geben. „Wichtig ist, dass wir uns vom Wettbewerb differenzieren, aber nicht untereinander“, argumentiert Sascha Mager, Deutschland-Chef von MediaMarktSaturn. Durch die gemeinsamen Promotions will die Gruppe ihm zufolge außerdem „Effizienz und Wirksamkeit“ bei der Kundenkommunikation erhöhen.

Red Friday Weekend
MediaMarkt-Kampagne (Bild: MediaSaturn)

Bislang werben beide Marken getrennt voneinander. MediaMarkt und Saturn fahren daher Aktionen zu unterschiedlichen Zeiten – oder bewerben andere Produkte, wenn im gleichen Zeitraum geworben wird. Dazu werden Aktionen unterschiedlich betitelt. So gab es im vergangenen Sommer zum Beispiel bei MediaMarkt zunächst ein „RedFriday Weekend mit heißen Angeboten“ (siehe Foto), danach den „Super Sommer Sale mit großartigen Deals“ bei Saturn.

Künftig treten beide Marken miteinander in der Werbung auf. Dann gibt es nur noch eine Kampagne und diese steht unter dem Namen MediaMarkt/Saturn.

Die erste gemeinsame Kampagne startet im Januar 2023. Auch beim Online-Handel ändert sich dann etwas. Wenn beispielsweise im Online-Shop einer Marke nämlich künftig ein Produkt ausverkauft ist, wird Nutzern angezeigt, ob der gewünschte Artikel im Online-Shop der anderen Vertriebslinie verfügbar ist. Dadurch will MediaMarktSaturn Deutschland die Produktverfügbarkeit erhöhen und ein besseres Einkaufserlebnis bieten.

Online-Shops werden ebenfalls verschmolzen

Kann man so machen. Denn das Sortiment der beiden Marken unterscheidet sich laut der Gruppe ohnehin nicht wesentlich und in beiden Fällen liegt der Schwerpunkt ja eh auf Consumer Electronics. Beide Marken werben im Elektronik-Geschäft außerdem mit attraktiven Angeboten, gutem Service und der persönlichen Beratung vor Ort. Bei der Kundenansprache unterscheiden sich beide Marken aktuell aber noch, wenn es beispielsweise unterschiedliche Aktionen gibt. Doch künftig werden diese ja auch noch zusammen gelegt.

Es stellt sich daher zwangsläufig die Frage, wie sinnvoll dann überhaupt noch eine Zwei-Marken-Strategie mit den beiden Vertriebslinien MediaMarkt und Saturn ist. Gut vorstellbar, dass sich der Konzern auf lange Sicht von seiner Händler-Marke Saturn verabschiedet. Denn mit dieser ist die Gruppe ohnehin nur noch in Deutschland aktiv, während man mit der Marke MediaMarkt momentan in 13 Ländern in Europa verkauft.

Zuletzt wurde die Vertriebslinie Saturn vor zwei Jahren in Österreich beerdigt, um dadurch den Fokus auf das Geschäft von MediaMarkt zu legen. Die bestehenden Saturn-Märkte wurden damals umbenannt, der Österreich-Shop von Saturn verweist heute auf MediaMarkt.at. Ob es daher in Deutschland bei einer Zwei-Marken-Strategie bleibt? Auf Nachfrage von neuhandeln.de erklärt die MediaMarktSaturn-Gruppe, dass man über „zwei wertvolle Marken“ verfüge, die auch „weiterhin bestehen bleiben“ sollen. Denn MediaMarkt und Saturn seien „starke Marken“, die Kunden bekannt wären und geschätzt würden. „Wir verfügen über zwei wertvolle Marken, deren Schlagkraft wir gemeinsam weiter stärken“, betont auch Deutschland-Chef Mager.

Erst vor kurzem hatte zwar MediaMarkt allein eine neue Marken-Kampagne gestartet. Das beißt sich aber nicht mit der neuen Marketing-Strategie, bei der MediaMarkt und Saturn künftig nur noch gemeinsam werben sollen. Denn die aktuelle Marken-Kampagne von MediaMarkt wird europaweit in 13 Ländern gespielt – und im Ausland ist der Konzern ja nur noch mit der Vertriebslinie MediaMarkt aktiv. Deutschland dagegen ist der einzige Markt, in dem noch über die Marke Saturn verkauft wird. Deshalb gibt es hier künftig Kampagnen mit beiden Marken, während die Gruppe im Ausland zeitgleich für die Vertriebslinie MediaMarkt allein trommelt.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.