Jahresbilanz: Quelle.de kann im zweiten Anlauf überzeugen

Vor einem Jahr hat der Otto-Konzern das Online-Portal Quelle.de als Shop mit einem eigenen Warensortiment reanimiert, nachdem zuvor ein Marktplatz-Modell gefloppt war. Dank dieser Kurskorrektur hat der Handelskonzern nach eigenen Angaben nun wieder Erfolg (via Mail):

Quelle.deBildquelle: Screenshot

„Seit dem 1. Tag liegen wir im Umsatz und in den Besuchszahlen des neuen Online-Shops auf www.quelle.de über Plan. Die Erwartungen für das 1. Geschäftsjahr (01.03.2013 bis 28.02.2014) wurden um mehr als +20% und damit deutlich übertroffen.“

Ausgesprochen gut entwickle sich das Sortiment der Handelsmarke Privileg, welches im Umsatz über den Erwartungen liege. Die Kraft der Marke Quelle sei ungebrochen, mit dem Online-Shop-Konzept könne der Otto-Konzern viele ehemalige Quelle-Kunden erreichen:

„Viele Kunden teilen uns auf unterschiedlichen Wegen mit, wie froh sie sind, dass es QUELLE wieder gibt. Wir sind mittlerweile sicher, dass es uns gelingt, die Marke QUELLE dauerhaft mit dem neuen Geschäftsmodell am Markt zu etablieren und damit die Traditionsmarke QUELLE erfolgreich fortzuführen.“

Für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 (Stichtag: 28. Februar) plant der Otto-Konzern ein Umsatzplus von 50 Prozent zum Vorjahr bei Quelle.de. Wenn man dieses Ziel erreicht, würde Quelle.de ein Jahr früher als geplant den Break-even erreichen. Mittelfristig plant die Otto-Gruppe bei quelle.de mit einem Umsatzziel von über 100 Mio. Euro brutto (inkl. MwSt.). Genaue Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr verrät der Konzern zwar nicht. Zuletzt hieß es aber, dass quelle.de jeden Monat „ordentliche, einstellige Millionenbeträge“ generiere.

Die Otto-Gruppe hatte im Herbst 2009 die Markenrechte an Quelle vom insolventen Arcandor-Konzern übernommen. Im August 2011 ging auf quelle.de dann ein Marktplatz online, auf dem ausschließlich externe Verkäufer in Erscheinung traten. Diese wollte man unter anderem damit überzeugen, dass der Otto-Konzern nicht selbst auf dem Portal aktiv wurde und damit für seine Handelspartnern keine Konkurrenz werden konnte.

Der Marktplatz kam aber nicht richtig in Schwung. So waren auf dem Portal auch nach einem Jahr erst 500 Händler aktiv, während Konkurrenten wie eBay aktuell 175.000 gewerbliche Verkäufer in Deutschland vereinen. In der Folge gab es auf Quelle.de wenig Wettbewerb, wodurch wiederum die Preise für Kunden im Vergleich zu anderen Portalen unattraktiv waren.

Die Otto-Gruppe hat daraufhin das Marktplatz-Modell verworfen und ein Shop-Konzept gestartet, um wieder die „Sortimente und Preise selbst definieren“ zu können.

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Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr