„Gesundes Wachstum“: Mit dieser Strategie soll Planet Sports durchstarten

Vor wenigen Wochen hat ein mittelständisches Unternehmerkonsortium den Spezial-Versender Planet Sports übernommen. Wer genau nun hinter dem Spezialisten für Street- und Sportswear steht, wurde damals aber noch nicht kommuniziert. Jetzt gibt es mehr Infos zu den neuen Eigentümern und zudem ein Update zu der neuen Strategie, mit der Planet Sports künftig bei seiner Kundschaft punkten will.

Planet Sports
Planet Sports Online-Shop (Bild: Screenshot)

Hinter Planet Sports steht demnach zum einen die Beteiligungsgesellschaft Invision, die ihren Firmensitz in der Schweiz hat und nach eigenen Angaben auf mittelständische Unternehmen in der DACH-Region spezialisiert ist. Mit an Bord ist zum anderen das Gründer-Team vom deutschen Online-Händler TonerPartner, der seit über 20 Jahren online Tinte und Toner verkauft.

Geschäftsführer der TonerPartner Deutschland GmbH aus Gevelsberg (in der Nähe von Wuppertal) ist Julian Zweers, der nun auch Geschäftsführer bei der Planet Sports GmbH in München ist.

Operativ leiten soll das Unternehmen in Zukunft aber Oliver Garnier, der bereits vor der Übernahme bei Planet Sports als Leiter für Einkauf, Retail & Marketplace verantwortlich war. Das Kartellamt hat die Übernahme bereits genehmigt, so dass Planet Sports mit dem neuen Team nun „durchstarten“ könne.

Punkten will man bei den Kunden mit neuen Marken, die es exklusiv bei Planet Sports geben soll. Damit möchte der Spezial-Versender in erster Linie wieder die eigentliche Kernzielgruppe von Boardsport-Fans erreichen, nachdem Planet Sports zuletzt ja auch Käufer von Streetwear und Outdoor-Artikeln bedient hatte. Generell liege der Fokus jetzt außerdem auf einem „gesunden Wachstum“ und nicht mehr primär auf einem Umsatzwachstum, wie es bei Planet Sports in der Vergangenheit der Fall gewesen sein soll.

Vorbild TonerPartner: Planet Sports soll „kontrolliert“ wachsen

Dabei soll Planet Sports nicht zuletzt von der Online-Erfahrung profitieren, die das Gründer-Team von TonerPartner mitbringt. „In Zukunft soll Planet Sports kontrolliert und profitabel wachsen“, betont Geschäftsführer Julian Zweers. „Genauso wie wir es schon immer bei TonerPartner gemacht haben.“

Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen konnte die TonerPartner Deutschland GmbH im Jahr 2018 einen Netto-Umsatz von 41,6 Mio. Euro erzielen (+9 Prozent) und einen Jahresüberschuss von 0,3 Mio. Euro einfahren. Der Spezial-Versender sei ein „Paradebeispiel“ dafür, wie man als ein spezialisierter Online-Händler in einem Produktsegment „nachhaltig und profitabel“ wachsen könne. Insofern dürfte in der Tat auch Planet Sports vom Know-how der TonerPartner-Gründer profitieren. Zwar ist Planet Sports mit einem anderen Sortiment in einer anderen Branche aktiv. Letztlich positioniert sich ja aber auch der Boardsport-Spezialist in einer Online-Nische – wie es auch beim Online-Shop TonerPartner der Fall ist, an dem übrigens ebenfalls die Beteiligungsgesellschaft Invision – seit Ende 2016 – beteiligt ist.

Im Februar 2020 hatte Planet Sports einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gestellt (AZ: 1508 IN 417/20). Nach der Übernahme im Mai 2020 haben die neuen Eigentümer bereits acht von neun Ladengeschäften in Deutschland geschlossen, um sich auf den Online-Handel zu konzentrieren. Der Großteil der Läden sei zudem für eine Fortführung „leider zu defizitär“ gewesen. Vor der Insolvenz hatte Planet Sports noch 192 Mitarbeiter beschäftigt, nun sind noch 60 Mitarbeiter an Bord. Der Multichannel-Händler hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 75 Mio. Euro erwirtschaftet. Warum Planet Sports in Schieflage geraten ist, hat man bislang nicht verraten.

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Über Stephan Randler 2491 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.