Galaxus-Chef: „Unser Angebot kommt in Deutschland gut an“

Anfang November ist der Schweizer Online-Händler Digitec Galaxus in Deutschland angetreten, um bei uns den E-Commerce-Markt aufzumischen. Schließlich plant die Migros-Tochter nicht weniger, als mit dem frisch gestarteten Online-Shop Galaxus.de unter die fünf größten Online-Händler in Deutschland zu kommen. Von diesem ehrgeizigen Ziel sind die Schweizer gut zwei Monate nach dem Deutschland-Start naturgemäß noch weit entfernt, zufrieden ist man mit der Expansion bislang aber durchaus.

Florian Teuteberg
Florian Teuteberg (Bild: Digitec Galaxus AG)

„Unser Angebot kommt in Deutschland gut an“, freut sich Florian Teuteberg (siehe Foto links), Chief Executive Officer (CEO) der Digitec Galaxus AG. Was für einen Umsatz die Schweizer hierzulande im vergangenen Jahr bereits erzielen konnten, will man zwar auf Nachfrage nicht beziffern.

Konkrete Zahlen nennt die Migros-Tochter dafür dazu, wie sich das Geschäft insgesamt entwickelt hat. Demnach konnten die Schweizer über ihre beiden Online-Shops Digitec (Elektronik) und Galaxus (Online-Warenhaus) im vergangenen Jahr einen Netto-Umsatz von 992 Mio. Franken erzielen.

Das entspricht einem Plus von 15 Prozent (2017: 861 Mio. Franken). Wie sich die Umsätze auf die beiden Shops verteilen, verrät man zwar nicht. Dafür erklärt Digitec Galaxus, dass der Netto-Umsatz mit eigener Handelsware von zuvor 834 Mio. Franken auf 950 Mio. Franken gestiegen ist. Die übrigen Einnahmen wurden über Dienstleistungen erzielt, wenn zum Beispiel Einbau oder Installation gegen Provision an Partner vermittelt werden. Außerdem zählen zu den sonstigen Einnahmen bei der Digitec Galaxus AG die Provisionen, wenn externe Handelspartner über die Online-Portale verkaufen.

Dass im vergangenen Jahr das Geschäft zweistellig zugelegt hat, ist kein Zufall. Zum einen profitieren die Schweizer davon, dass die Anzahl der Artikel auf beiden Online-Plattformen im Jahresverlauf von zuvor rund einer Million Produkte auf jetzt über 2,6 Millionen Artikel angestiegen ist – wobei der Großteil des Sortimentsausbaus über die Marktplatz-Partner stattgefunden hat. Zum anderen haben die Schweizer viele Preise reduziert, was die Online-Portale für Verbraucher sicherlich auch attraktiver gemacht hat.

In Deutschland wollen die Schweizer aber in erster Linie mit Mehrwerten punkten wie Kauf-Ratgebern. So will man Kunden erreichen, die sich „im Angebots-Dschungel verloren“ fühlen. Doch ob dieser Ansatz reicht? Schließlich bieten die Schweizer zum einen Produkte, die Kunden auch in anderen Online-Shops erhalten. Zum anderen starten die Eidgenossen hierzulande bei null und müssen zunächst ihre Marke bekannt machen. Experten warnen daher vor einem „teuren Abenteuer mit ungewissem Ausgang„.

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Über Stephan Randler 2133 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr